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Arbeitsjournal am 5. Juni

Die Arbeiten an den Websites gehen weiter. Ich habe einige Besprechungen hinzugefügt, die ich für Mellowdramatix geschrieben habe. Und erste Fragmente früheren Schaffens gibt es auch schon.

Einerseits möchte ich mit der Wiederveröffentlichung älterer Besprechungen an mein früheres Schreiben fürs Internet anschließen. (Vielleicht nehme ich das Besprechen von Kunstwerken sogar wieder auf. Es bringt viele Vorteile mit sich. Einer davon: Es erforscht das eigene ästhetische Empfinden und schult es.) Andererseits geben die Besprechungstexte mit Bildern, Absätzen und Zitaten unglaublich gute Dummys für die Konfiguration der Website ab. Auf technischer Ebene ist ein Journaleintrag wie dieser dagegen langweilig. Ein Paragraf nach dem anderen.

Übrigens: An den Flatterrand rechts werde ich mich wohl nie gewöhnen. Gut möglich, dass ich die Linksbündigkeit doch wieder gegen den im Internet so unüblichen Blocksatz tausche, vorausgesetzt, WordPress lässt mich. So schnell gebe ich mich nicht geschlagen. Ich frickle mich durch alle Einstellungen, bis ich habe, was ich brauche. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Nachdem die Technik mich 2022 so hat hängen lassen, habe ich mich lange davor gescheut, wieder so tief in ein CMS einzusteigen. Aber das ist eine andere Geschichte und zudem keine glorreiche, wenn auch nicht ich es war, der sie zu verschulden hatte.

Wie dem auch sei, die technische Hürde ist jetzt genommen und so konnte ich in das frisch aufgesetzte CMS mittlerweile erste Fragmente einspeisen. Fragmente? Ja genau, es geht um Werke, die fragmentarisch geblieben sind. Ich werde sie Seite für Seite in diesem Blog veröffentlichen. Jeden Tag ein, zwei Seiten. Sie wurden zuvor ein bisschen aufpoliert und machen durchaus etwas her. Beginnen werde ich mit diesem Rhythmus allerdings erst nach der Lesung auf dem Mondo Grindhouse Festival (am 14.06. im STUDIO Filmtheater in Kiel).

Das Fragmentarische hat seinen Platz in der Kunst. Es kommt dem Leben damit auf ästhetischer Ebene sehr nah. Vieles, was wir tun, was wir sind, bleibt unvollständig und unvollkommen. Mit romantischem Blick betrachtet: vieles muss unvollständig und unvollkommen bleiben, denn die Unendlichkeit, die sich in der Endlichkeit unserer Leben, unserer Persönlichkeiten andeutet, ist nicht einzufangen. Wir können sie nicht dingfest machen. Auch wenn wir heute mehr denn je nach Perfektion streben.

Die Perfektion und die Unendlichkeit haben viel gemein. Ein guter Marketing-Motor, wenn man uns arme Hunde nach dem Unerreichbaren hungern lässt. Ist der Hunger erst groß genug, fressen wir alles, was man uns hinwirft. Es muss nur Sättigung versprechen.

Das Fragment verweigert sich dem. Es stoppt lange vor der Vollendung, lange sogar vor dem Ende. Und ohne ein solches bleibt es in seiner Unabgeschlossenheit offen.

Offen für die Lektüre und die Imaginationen der Leser*innen.

Nachtrag am Abend: Um die Wirkung der Fragmente noch zu verstärken, habe ich mich entschieden, zwei Werke parallel zu veröffentlichen, sodass sich ihre Seiten in der Timeline des Blogs ineinander mischen. Nichts, was die Technik nicht wieder auseinandersortieren könnte.

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