Die Elfe und der Krieger #23: Vision

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Das Wirbeln und Trudeln von Schatten und Lichtern vermischte sich vor ihrem inneren Auge zu einem heillosen Durcheinander. In der endlosen Leere ihres Traumes schien der Herzschlag in ihren Ohren das einzige Geräusch zu sein, das existierte. Alles um sie herum wirkte verlassen und verloren. Wie eine Nichtwelt. Und doch beschäftigte etwas ihren Geist. Es war ihr nicht möglich sich abzuwenden, obschon sie es instinktiv wünschte. Es zwang sie hinzusehen.

Vorsichtig blinzelte Valshiëlle in die Leere, in der sich Bilder aus Nebel formten. Graue Schwaden umkreisten die viel zu großen Stiefel eines Jungen, dessen Augen schwärzer waren als die wandernden Schatten, als das Nichts, das die Welt um Valshiëlle herum bildete. Der Elfe schien es, als wären dort, wo eigentlich die Augen des Jungen sein sollten, abgrundtiefe Löcher im Sein, Kreise aus Nichts. Sein Gesicht, umrahmt von blondem Haar, war gänzlich ausdruckslos. Der Kopf hing schräg im Nacken, seine Arme baumelten herab und der nackte Oberkörper neigte sich nach hinten. Lediglich seine Bauchmuskeln hinderten ihn daran, hintenüber zu kippen.

Unverhohlen starrte der Junge sie an und obwohl in seinen Augen nichts existierte, was für sie bewusst erkennbar war, so strahlten sie doch eine übermenschliche Qual aus. Ein Leiden, das sie nicht in Worte fassen konnte, eines, das jeden Menschen zerbrechen musste.

Was verbarg sich in diesem Bild? Wie sollte die Elfe es verstehen? Warum sah ausgerechnet sie so etwas in ihren Träumen?

Eine Stimme, die Valshiëlle vertraut war, sickerte in das rhythmische allgegenwärtige Pochen ihres Pulses, etwas Weißes wischte durch ihre Sicht, Wasser plätscherte plötzlich von weither.

„Valshiëlle?“, hörte sie. „Was ist? Sprich!“

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