Die Elfe und der Krieger #32: Mutter

Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

Calion pausierte und gab Valshiëlle die Möglichkeit, das Gehörte zu überdenken. Während er gesprochen hatte, hatte er die Elfe bei den Schultern gefasst, um ihr verständlich zu machen, wie ernst er es meinte.

„Was soll das hier werden, ein Lehrgespräch?“, wehrte Valshiëlle die Argumentation des Elfen ab. Doch Calion blieb gelassen und erklärte:

„Deine Mutter hat mich gebeten, dich auf das Verhältnis der anderen Völker zu ihrer Umwelt aufmerksam zu machen. Sie will, dass ich dich im Stabkampf ausbilde, bevor ich in den Norden aufbreche. Deshalb bin ich noch hier.“

„Ach so, und ich dachte, du machst das, weil wir Freunde wären!“

Strähnen hatten sich aus Valshiëlles Haarknoten gelöst, der ihr Haar locker zusammenhielt, damit es sie nicht bei ihren Übungen mit dem Kampfstab behinderte. Ihre teichgrünen Augen schimmerten nachdenklich.

Wie Calion war auch sie groß und schlank, wirkte jedoch nicht zugleich kräftig, sondern eher zerbrechlich. Ihren Körper kleidete ein dunkelgrünes, auf Höhe der Schultern mit Stickereien verziertes Gewand, das ihr bis zur Mitte ihrer Schenkel reichte und war mit einem Tuch in dunklen Brauntönen um die Hüfte gerafft. Es hätte wie ein einfaches Kleid gewirkt, würde die Elfe darunter nicht außerdem eine luftige Stoffhose tragen. Aufgrund des warmen Sommerwetters hatte sie ein Gewand ohne Ärmel gewählt. Seltsamerweise wies es dennoch einen einfachen, aber recht hohen und engen Kragen auf. Ihre Kleidung war aus festem, aber geschmeidigen Stoff gefertigt, aus Elfenseide, wie es bei den Menschen oft bezeichnet wurde.

Calion bemerkte, dass Valshiëlles schmale Arm- und Fußgelenke dünne Ketten aus Holzkugeln schmückten, die seinen verblüffend ähnlich sahen. Die Elfe war barfuß, ihre Füße waren klein und ihre schlanken Beine bei jeder Bewegung umspielt von dem weiten Stoff der Hose. Sie wirkte anmutig und bezaubernd.

Doch sie konnte verdammt stur sein.  

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