Inhaltshinweise zu dieser Geschichte
„Wir sind Freunde“, erwiderte Calion. „Und darum möchte ich dich nicht zum Kämpfen zwingen.“
Valshiëlle befreite sich von Calions Händen auf ihren Schultern und hielt ihn auf Abstand. „Ich würde mich auch nicht zwingen lassen!“
„Natürlich nicht. Und ich will dich ja auch nur auf die Welt jenseits dieses Waldes vorbereiten. Deine Mutter setzt viel Vertrauen in mich und ich weiß, dass sie sehr stolz auf dich ist, aber aus einem mir unbekannten Grund hat sie große Angst um dich.“
Valshiëlle schnaubte. „Ja, ich weiß! Sie hat immer und ständig Angst! Es nervt! Dabei habe ich bereits achtzehn Sommer und Winter erlebt! Ich verstehe nicht, weshalb sie sich so viele Sorgen macht! Nach Maßstäben der Menschen wäre ich mehr als zweimal erwachsen und könnte tun und lassen, was mir gefällt. Stattdessen bin ich an meine Sippe und deren Sitten gebunden.“ Die Elfe seufzte schwer. „Manchmal glaube ich, dass meine Mutter etwas spürt, was ich nicht spüren kann. Es ist, als wollte sie mich vor einem unsichtbaren Schatten bewahren. Einer Gefahr, die nur sie sieht. Oder die nur in ihrem Kopf ist…“
Calions Augen verengten sich. Valshiëlle fiel die Veränderung seines Gesichts sofort auf und sie legte ihre Stirn in Falten. „Was hast du?“, fragte sie.
„Val, du bist sehr klug und einfühlend und es widerstrebt dir, andere Geschöpfe aufgrund von Aussagen anderer zu verurteilen. Das ehrt dich. Doch bitte ich dich um Vorsicht im Umgang mit den Menschen. So sehr es mir auch zuwider ist, dir das sagen zu müssen, aber meine Erfahrung mit ihnen lehrt mich, in ihrer Gegenwart auf der Hut zu sein. Wovor auch immer deine Mutter Angst hat, dies ist, was ich dir von ihr ausrichten soll.“
Abermals wurde Valshiëlle aufbrausend. Wie konnte der Elf nur behaupten, ihre Mutter würde denselben Unfug wie er reden? Wie hatte diese unsägliche Diskussion bloß ihren Anfang genommen?