Nachdem sie die Desinfektionsschleuse passiert hatten, öffneten Dr. Cramer und Dr. Garrett per Schlüsselkarte die Sicherheitstür zum Wiedererweckungslabor und betraten es eilig, um das angelieferte Subjekt zu begutachten. Es war bereits von einigen Arbeitern hergebracht worden und lag in einer Kälteschlafkammer, die gerade von Technikern in das Auferstehungsmodul geladen wurde. Das würde noch ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Ungeduldig wippte Dr. Cramer mit dem Fuß, derweil die aus der Datenbank geladenen Biodaten von Subjekt CK-T.132 über die Bildschirme flimmerten. Die vielen Monitore tauchten den würfelförmigen und erstaunlich beengenden Raum in blaues Licht.
Dann endlich wurde eine Metallverkleidung hochgezogen und ein Panzerglasfenster erlaubte Einblick in einen weiteren Raum. Da war es, das Auferstehungsmodul – eines von insgesamt 77 auf der Lazarus VII. Man konnte bereits dabei zusehen, wie das Modul sein Werk verrichtete. Roboterarme positionierten sich über einer Bodenluke, welche sich selbsttätig öffnete, und rasteten in die für sie vorgesehene Halterungen ein. Dann zogen die mechanischen Arme aus einer zischenden Nebelwolke die Kälteschlafkammer herauf. Gelenke drehten sich und die Kammer wurde aus der Waagerechten in die Senkrechte bewegt. Die Schutzverkleidung der Kältekammer schnellte zu den Seiten weg und gab die Sicht auf einen menschlichen Körper frei. Drähte und Schläuche wuchsen aus seinen Armen und verbanden sich mit seiner Ruhestätte. Lediglich schimmerndes Glas, auf dem Kondenswasser in Perlen hinabrollte, überdeckte den bloßen Körper. Vor der Schlaflegung hatte man ihm sämtliche Körperbehaarung entfernt.
CK-T.132 war eine Frau. Ihre Augen waren geschlossen. Aber sie schien nicht zu schlafen. Eher wirkte sie wie eine jüngst Verstorbene. Wie jemand, der erfroren war. Eiskristalle hatten sich auf ihrer bläulichen Haut gebildet.