Inhaltshinweise zu dieser Geschichte
Die Navigationsprotokolle studierend fand Tanya heraus, dass der Zielplanet der Lazarus VII, X-Tarma-12, nie erreicht worden war. Von dem X-Tarma-Sternensystem hatte sie ohnehin noch nie gehört. Selbst wenn sie ihre Erinnerungen nicht verloren hätte, wäre das kein Wunder gewesen. Denn dieser offenbar zur Kolonisierung ausgeschriebene Planet befand sich am äußersten Rand des bekannten Universums. Aufgrund der rudimentären Infrastrukturen wollte für gewöhnlich niemand an solch einem Ort leben, es sei denn, er konnte sich für nichts Besseres qualifizieren. Aufgrund eines Notsignals und auf Geheiß der Planetenleitstelle von X-Tarma-12 war die Lazarus VII in noch unzureichend kartografiertes Gebiet vorgedrungen. Auf welchem Planeten auch immer sie sich jetzt befand, Tanya war damit nachweislich einer der wenigen „glücklichen“ Menschen im ganzen Universum, die am weitesten von ihrer Heimat – der Erde, wie sie jetzt mit Gewissheit erinnerte – entfernt waren.
„Großartig“, flüsterte Tanya.
Aber das war noch nicht das Beste. Denn sie erfuhr außerdem aus dem zentralen Bordsystem, auf das sie von hier zugreifen konnte, dass dieses Schiff kein Kolonisierungsschiff mehr war, sondern zu einem Gefangenentransporter umfunktioniert worden war. Die Mission des Schiffes war es, wie sie den Logbüchern entnahm, X-Tarma-12 nicht zu kolonisieren, sondern bereits bestehende Strafkolonien mit neuen Arbeitskräften zu versehen, sowie eine Forschungsstation auszubauen, deren näherer Zweck nicht ohne Sicherheitsfreigabe einzusehen war. Offenbar wurden die Strafgefangenen in Kälteverschlaf versetzt, um sie widerstandslos und über lange Zeit transportieren zu können. Das bedeutete, Tanya befand sich nicht nur jenseits der Zivilisation auf einem abgestürzten Haufen Schrott in der Größe einer Stadt, sondern außerdem an einem Ort, der – sofern hier noch irgendwer überlebt hatte – von Schwerverbrechern nur so wimmelte.
„Absolut großartig“, flüsterte Tanya.
Schreibe einen Kommentar