Lesung aus Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis
am 14.6. um 17 Uhr
auf dem Mondo Grindhouse Festival
in der Kinobar des STUDIO Filmtheaters in Kiel

Der Eintritt für die Lesung ist frei.
Die Freikarten müssen vorher gebucht werden.
Literarischer Weblog
Lesung aus Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis
am 14.6. um 17 Uhr
auf dem Mondo Grindhouse Festival
in der Kinobar des STUDIO Filmtheaters in Kiel

Der Eintritt für die Lesung ist frei.
Die Freikarten müssen vorher gebucht werden.

Eine Systemflüchtige kämpft ums Überleben in der zum Sterben verurteilten Welt des 24. Jahrhunderts
Mabou Abimbola, eine begabte Biosphären-Architektin, hat sich an den Rand einer dystopischen Intersolarzivilisation geflüchtet, wo sie ihre hart erkämpfte Selbstbestimmtheit abermals verteidigen muss. Als eine bösartige KI ihre Gehirn-Computer-Schnittstelle infiziert und sie mit Albträumen plagt, die sie in schmerzhafte Zeiten zurückführen, ist Mabou vor die Wahl gestellt: sie kann sich der Hoffnungslosigkeit ergeben, die sich ebenso aus dem Leid vergangener Tage speist wie aus dem Verlust der Erde, oder aber sie bringt ihre letzten Kräfte auf, um sich den Albträumen zu widersetzen und ihre seelischen Verwundungen zu überwinden. Nur dann wird Mabou die Ursprünge der Infektion ergründen und den Spuren nach Pluto folgen können, wo ein uraltes Geheimnis begraben liegt – das Immerdar-Rätsel.
(mehr …)Mit beiden Websites werde ich vor der Lesung wohl nicht mehr fertig werden. Selbst an Anderwärts | Literarischer Weblog könnte noch viel gebaut werden. Ich sehe diese Seite ohnehin als ein Work in Progress, das ich nach und nach, wie einen Roman, in Form bringe.
(mehr …)Die ersten Inhalte sind online. Besprechungen, Fragmente, Arbeitsjournale, Kurzgeschichten. Jetzt sieht der Weblog nicht mehr so leer aus. Es gibt noch einiges am Design zu schrauben. Aber mit dieser Arbeit ist schnell viel Zeit verbraucht. Anderes ist wichtiger: Es fehlen noch Grundlagen, ohne die diese Website nicht auf die Hauptdomain geschaltet werden kann, darunter Impressum, Datenschutzerklärung, Inhaltshinweise und ein About.
Und dann ist da noch diese andere Seite: jene für meinen Science-Fiction-Roman, über den ich mich bisher ausgeschwiegen habe, als wollte ich ein Geheimnis daraus machen. Dabei wird, wenn dieser Weblog erst öffentlich zugänglich ist, ein fettes Banner in der Fußzeile sitzen und auf den Roman verweisen.
Nun, die URL kann ich ja schon einmal verraten:
www.irdenschimmer.de
Nachdem ich gestern testweise Besprechungen und Fragmente gepostet habe, folgen heute drei Kurzgeschichten jüngeren Datums.
(mehr …)Bin ich also endlich durch, denkt kainplanwaslos89. Und fühlt sich euphorisiert. Etwas traurig auch. Dass er es geschafft hat, aber auch, dass es jetzt vorbei ist. Erleichtert, weil die Anstrengung überwunden ist. Und stolz, weil er sie gemeistert hat. Denn der Endboss. Echt hart gewesen. Aber würdig. Ein würdiges Ende für ein würdiges Videogame. So viele große Gefühle zuletzt. Nun heißt es Abschied nehmen, noch während der Abspann rollt. Abschied von Figuren, die über die vielen Stunden, die Kainplanwaslos89 gespielt hat, zu Freunden geworden sind. Aber auch Abschied von sich selbst. Von seinem Avatar. Das ist der Charakter, den er für das Game erstellt hat und den er, weil er’s lustig fand, nach seinem Gamer-Tag benannt hat. Kainplanwaslos89 im Fernseher ist also auf Abenteuerreise gegangen, hat die Welt gerettet, Frieden mit ihr geschlossen und unterwegs auch noch eine Menge neuer Freunde gewonnen. Hingegen Kainplanwaslos89 vor dem Fernseher, versunken in der Couch, nicht so sehr. Um ehrlich zu sein, hat er plötzlich das Gefühl, mehr verloren als gewonnen zu haben.
(mehr …)Das elektrische Licht des Plexus fiel in Parallelen durch die Stahllamellen der Außenjalousie, als diese sich automatisch aufdrehten, und durchschnitt das Halbdunkel der Absteige. Nabils Augenwinkel zuckten. Über seine Lider flackerten die Schatten der vorbeisurrenden Antigrav-Gefährte. Momentlang glaubte er sich in den Schrottweiten der Subdecks, angelehnt an die Flanke seines Reittiers, aber dann begriff er, dass er bloß im Sitzen eingeschlafen war, dass Hermis sich im Zwinger befand und er sich in einem Bett mit Kaltschaummatratze, dass er also wieder zurück war, zurück im Intermedium, wo die Welten der Ober- und Unterdecks, wo Reich und Arm in einem Stadtgeflecht aufeinanderprallten, das sie hier Plexus nannten. Weiter hinauf hatte es Nabil in der Zitadelle bisher nicht geschafft. Nicht schlimm! Für einen wie ihn gab es, je höher er käme, nur desto weniger zu tun. Und von irgendwas musste jeder leben. Wovon Nabil die letzten Lokalzyklen gelebt hatte, nun, das hatte er für einen erfüllten Transportkontrakt von Vort Antauri erhalten. Aber es war alles schon wieder weg. Das Leben im Plexus war verdammt teuer geworden. Eigentlich hatte es sein letzter Ritt werden sollen. Das konnte er jetzt vergessen.
(mehr …)Hilje Frey stand mit den Händen in den Hosentaschen vor dem Schlafzimmerspiegel. Sie befand sich im Haus ihrer Eltern und hatte kein Interesse daran, ihr Spiegelbild zu betrachten, bevor es hinunter zum Abendessen ginge, anders als ihre Mutter, die sich herausgeputzt hatte und erst an sich, dann an ihr herumzupfte, ohne damit etwas nach Auffassung ihrer Tochter verändert zu haben.
„Benimm dich diesmal, Hille.“
„Klar, und wird sich Vater auch benehmen?“
„Er hat es versprochen.“
„Natürlich.“
„Bitte, Hille, wir kommen so selten zusammen.“
„Wundert dich das?“, hätte Hilje fast gesagt. Aber damit wäre sie wieder zu weit gegangen. Sie holte tief Luft.
„Würdest du wohl aufhören, an mir herumzuzupfen?“
„Ach, du bist doch mein Kind! Ich will nur, dass du–––“
„Ich bin 40, Mam!“
„43.“
„Jetzt reite noch darauf herum!“
Hilje wollte vorwurfsvoll klingen oder auch nicht. Überzeugend klang sie jedenfalls nicht. Sie musste selbst grinsen. Ihre Mutter schmunzelte auch. In diesem Moment schien alles ein wenig leichter zu sein, als es war.
„Und bitte sag am Tisch nichts…“
Hiljes Gesicht verfinsterte sich. „…nichts von Kimiko?“