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Nyneve, oder Die verborgene Wildnis #6

Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

Janna zitterte. Bei dem Anblick des Frauenkörpers hatte sie eine dunkle Faszination ergriffen, die sie im Nachhinein für höchst unangemessen, weil lebensgefährlich gehalten hätte. Aber in diesem Augenblick wünschte sie nichts sehnlicher, als den Frauenleib vor ihr zu malen und damit eine mitten in der Stadt verborgene Realität aufzudecken. Trotz ihrer Faszination stand der Malerin der kalte Schweiß auf der Stirn. Noch immer klammerte sie sich an den Fahrradlenker. Ihre Finger verkrampften schon.

Da fing Eike wieder an, mit seinem Rad zu klappern, ziemlich plötzlich, als hätte er die Nerven verloren und wollte Reißaus nehmen! Das Klappern ließ die Frau aus dem Wasser aufhorchen, aber noch soff sie das Blut ihres Opfers. Als der Student sein Rad lärmend gewendet hatte, richtete sie ihren Oberkörper abrupt auf und fletschte die Zähne. Auf ihrem Gesicht mischte sich das schwache Rotlicht der Rückleuchte mit der Farbe des Blutes.

Eike setzte einen Fuß auf das rechte Pedal und wollte losfahren, aber als sein Blick auf Jannas traf, hielt er inne.

„Worauf wartest du?“, zischte er. „Komm!“

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