Kategorie: Geschichten

  • Im Kreuzfeuer #10: Sterne, Planet, Erde

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Plötzlich spürte sie ihre Zehen wieder, ihre Muskeln und ihre Haut, den Overall, der darauf spannte – und sie richtete sich abrupt auf.

    „Wo bin ich hier?“, dachte sie. „So schwarze Wände. Selbst der Boden ist schwarz. Aber warm an meinen Füßen. Wärme ist angenehm.“

    Die Frau legte sich auf den Boden und drückte ihr Gesicht darauf. Die Wärme durchströmte ihren Körper. Sie bemerkte wieder das allgegenwärtige Brummen. Es kam aus dem Boden und aus den Wänden.

    Dann, als sie aufblickte, entdeckte sie die Öffnung in der Wand. Zuerst war ihr nicht klar, dass es eine Öffnung war. Sie sah nur das Grün und das Blau. Aber dann glaubte sie zu begreifen, dass sich der Raum hinter dieser Öffnung fortsetzte und unglaublich ausdehnte. Sie ging darauf zu. Ja, sie war neugierig. Sie wollte wissen. Wollte berühren, was das alles war, das sie umgab! Sie erschrak, als ihre ausgestreckte Hand gegen etwas stieß, das sie nicht gesehen hatte und erst jetzt bemerkte.

    Glas, dachte sie plötzlich. Es trennte sie von dem Raum dahinter. Er war schwarz wie der Raum, in dem sie sich befand, aber viel größer, wenn nicht sogar grenzenlos groß. Gespickt mit Lichtern.

    Sterne, dachte sie.

    Einen noch tieferen Eindruck als die schiere Weite des Raumes machte auf sie das runde Grün darin, welches das Fenster, gegen das sie sich drückte, beinahe ausfüllte. Planet, dachte sie. Der grüne Gigant spiegelte auf ihren Augäpfeln. Ihre grünen Augen schimmerten vor Staunen. In das gewölbte Grün auf der anderen Seite des Glases waren blaue Flecken gekleckst und weiße Fetzen zogen darüber hinweg.

    Erde, dachte sie, aber wusste nicht, warum. Sie hatte keine Ahnung, woher all das kam, was sie dachte. Ständig kamen neue Worte und Begriffe in ihren Kopf.

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  • Im Kreuzfeuer #9: Gehöre ich hierher?

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Sie hörte Stimmen. Es waren zwei. Eine Frau und ein Mann. Doch sie verstand sie nicht. Dennoch verspürte sie Vertrautheit und den Wunsch, zu diesen Stimmen hinzugelangen. Es war ihr erster Impuls überhaupt. Als hätte sie in ihrem Leben zuvor nie etwas gewollt. Aber sie konnte sich kaum rühren. Ihre Glieder waren schwer und taub. Sie gehorchten ihr nicht. Alles, was sie taten, war zu zittern.

    Aus dem grauen Nebel traten jetzt Umrisse hervor. Sie konnte sehen! Sehen, was sich um sie herum befand. Das kam ihr seltsam neu vor. Es war aufregend und beängstigend zugleich.

    Sie befand sich in einem dunklen Raum, der klein und beengend war. Darin war eine Platte, die an der Wand befestigt und gepolstert war. Anscheinend sollte dies ihr Schlafplatz sein. Denn hier lag sie.

    „Es ist mein Schlafplatz“, dachte sie. „Aber nicht mein Zuhause. Wo ist mein Zuhause? Gehöre ich hierher? Es fühlt sich nicht so an.“

    Als sie ein Stechen in der Nase spürte und feststellte, dass dies ein scharfer Geruch war, sah sie an sich herab, weil sie instinktiv wusste, von woher der Geruch kam. Daraufhin entdeckte sie, dass sich ein hautenger Overall in den Farben Gelb und Blau über ihren Körper spannte. Sie zupfte an dem gummiartigen Stoff, der wie angegossen war und einen beißenden Geruch verströmte. Ihr kam das Wort Kleidung in den Sinn und sie stellte fest, dass sie also nicht nackt war. Das schien ihr eine neue und wichtige Erkenntnis zu sein. Was sie nicht wusste, war, dass man ihr den Overall tatsächlich auf den Leib gegossen hatte, um ihren Körper nicht unbedeckt zu lassen. Der strenge Geruch, den sie wahrnahm, rührte von dem synthetischen Material her. Schuhwerk hatte sie deshalb keines. Sie war barfuß.

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  • Im Kreuzfeuer #8: Als wäre es ihr erster Atemzug

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Die Planetenleitstelle von X-Tarma-12 hatte der Kommandobrücke die Existenz der Expedition mittlerweile bestätigt und bat die Lazarus VII ebenfalls darum, das Kurzstreckenschiff zu bergen, weil sie letztlich besser dafür ausgestattet sei als alles, was die Strafkolonien aufzuwarten hätten. Die „Fracht“ könne auch später noch gelöscht werden.

    Schwerfällig wie ein Weltraumwal drehte also der Gefangenentransporter und nahm Kurs auf das fremde Sternensystem. Auf Befehl des Captains beschleunigte die Lazarus VII ins Ungewisse.

    ***

    Nachdem Harry Robinson zusammen mit den übrigen Missionsteilnehmern vom Sicherheitschef gebrieft worden war und die Lazarus VII schließlich in das noch unbenannte Sternensystem vordrang, hatten Dr. Cramer und Dr. Garret das Subjekt CK-T.132 längst stabilisiert und sicher verwahrt. Keiner der beiden wäre so ruhig zur nächsten Wiedererweckung übergegangen, hätte er gewusst, was der Tag noch bringen würde.

    ***

    Sie schlug die Augen auf und sog die Luft in ihre Lungen, als wäre es ihr erster Atemzug. Nach einem Moment der Verwirrung und jäher Panik erkannte sie, dass sie ein Körper war, ein Körper umgeben von Raum. Ihre Augen brannten. Sie zwinkerte. Und dann versuchte sie zu sehen, ohne zunächst zu verstehen, was Sehen war. Dennoch blieb es dunkel. Auf der Schwärze um sie herum lag ein grauer Schleier. Doch mit ihrer Haut und ihrer Vorstellungskraft erspürte sie, dass der Raum dennoch da war. Sie konnte nicht im Nichts sein, dachte sie spontan. Etwas musste da sein. Etwas, das nicht sie war. Irgendetwas.

    Der Frau war kalt. Eiskalt. Sie zitterte.

    Ein Geräusch drang an ihre Ohren. Das monotone Brummen einer Maschine. Einer sehr großen Maschine. Ja, es war eine Art Brummen, das von überall auf sie zukam. Sie musste in einer Maschine sein. Aber was genau war eine Maschine?

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  • Die Elfe und der Krieger #11: Konsequenzen

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Als Sarah zu sich kam und die Augen auftat, blieb es um sie herum dunkel. Daran war nichts ungewöhnlich. Viel ungewöhnlicher war die relative Stille, die sie umgab. Die Welt, die mit der Besinnung wiederkehrte, war zwar nicht verstummt, aber das Grölen der Masse und das Brüllen des Feuers waren dem gleichmäßigen Rauschen des Regens gewichen, die Hitze des Feuers der kühlen Nässe auf ihrer Haut und der erstickende Rauch dem Geruch von Blut und Gedärmen.

    Über all dem lagen unaufhörlich das Stöhnen und Schreien der Verletzten, in das sich das Wehklagen der halbwegs unversehrten Überlebenden mischte, die um ihre Toten trauerten.

    Um zu wissen, dass der Marktplatz völlig zerstört war, musste Sarah nicht sehen können. Hingegen Erich, der neben ihr kniete und seinen Oberkörper für eine verzweifelte Umarmung auf sie geworfen hatte, wünschte, er könnte die Zerstörung ungesehen machen.

    Sarah rappelte sich in eine sitzende Position auf, um Erich, der sie gerettet hatte, fester an sich zu drücken. „Ich bin so froh, dass du lebst!“, sagte er. Da sie nicht gewusst hätte, was sie sonst tun sollte, wiegte sie den schluchzenden Jungen in ihren Armen und säuselte beruhigend, während sie ihr Gesicht in seinen Haaren vergrub.

    Sarah spürte, dass sie zitterte, nicht nur vor Kälte und Erschöpfung, auch von dem Ausmaß der Zerstörung. Sie hätte es verhindern müssen, schon allein wegen Erich. Aber der Hass hatte sie dazu getrieben, es nicht zu tun. Und jetzt war er verschwunden, der Hass, und sie fühlte sich leer und allein ohne ihn. In das Loch, das er gerissen hatte, füllte sich eine tiefe Traurigkeit, so tief, dass sie sich kaum mehr rühren mochte. Angesichts dieser Schwere, die sich auf sie legte, bemerkte Sarah nicht, dass sich etwas zwischen ihr und dem Jungen grundlegend verändert hatte. Erich hingegen schaute aus ihrer Umarmung hervor, mit geweiteten Augen, die von den Schrecken zeugten, die sie erblickten.

    Der Marktplatz war vollständig umgepflügt worden. Lediglich da, wo der Scheiterhaufen gewesen war und sich jetzt Erich und Sarah befanden, lagen die Pflastersteine noch an Ort und Stelle. Alle übrigen waren von der Erde verschluckt worden oder in die zersplitterten Fassaden geschleudert worden, zu deren Füßen die Erde zu Wällen aufgeschoben war, sodass die Häuser nicht mehr durch ihre Eingänge zu betreten waren. Einige Kaufmannshäuser waren an ihrer Vorderseite sogar eingestürzt. Den Balkon des Rathauses gab es nicht mehr. Der Marktplatz sah aus, als wäre darin ein Himmelskörper eingeschlagen. Überall lagen Körper, die halb in der Erde steckten, manche bewegten sich noch, andere nicht. Die wenigsten waren noch vollständig.

    Erich glaubte zu ersticken, als er all das sah. War es seine Wut gewesen, die das angerichtet hatte? War er für diese Zerstörung, dieses Leiden verantwortlich? Er kniff die Augen zu und drückte sich fester an Sarah.

    Seine Nähe rief die Verantwortung zurück in die Gedanken der Frau. Das gab ihr genug Kraft, um die Schwere in ihrem Gemüt vorerst zurückzudrängen. Sie musste sich jetzt auf das Wesentliche konzentrieren, durfte kein zweites Mal scheitern. Darum löste sich Sarah von dem Jungen und kämpfte sich auf ihre zitternden Beine.

    „Komm! Wir müssen gehen, Erich! Hier sind wir nicht sicher!“

    Der Junge klammerte sich an ihre Hand. „Aber wohin sollen wir gehen?“

    „Das sehen wir, wenn wir aus der Stadt heraus sind. Aber jetzt musst du erstmal tapfer sein und mich von hier wegführen, ja? Weil ich nichts sehen kann.“

    „…gut, wenn du es sagst… ich denke, ich kenne auch schon einen Weg hinaus, aber… das wird nicht so leicht, wenn man nichts sehen kann…“

    „Mach dir keine Sorgen um mich! Zusammen finden wir den Weg! Jetzt komm!“

    Der Junge antwortete nicht mehr, stattdessen spürte Sarah den Zug seiner Hand. Und mit einem Mal fiel ihr auf, was zwischen Erich und ihr anders war als zuvor. Dort, wo früher das helle Leuchten seiner Seele gewesen war, war jetzt nichts als Finsternis. Sarah konnte den Jungen, der sie behutsam durch das allgegenwärtige Geschrei und Gewimmer führte, nicht mehr mit ihrem inneren Auge sehen. Diese Erkenntnis erschütterte sie so sehr, dass ihre Beine nachgaben und sie ins Straucheln geriet. Sie wäre gefallen, hätte Erich sie nicht gestützt. Dann aber, als sie aufblickte, sah sie etwas anderes in der Dunkelheit, etwas, das sie an ihre Kindheit erinnerte. Aus dem großen dunklen Raum über ihr segelten unzählige kleine weiße Punkte herab. Wie Schnee sah das für Sarah aus.

    „So viele auf einmal waren es noch nie“, murmelte Erich, der vorausging. Und auch wenn Sarah ahnte, wovon er sprach, fragte sie dennoch nach, um sicher zu gehen.

    „Na, Daunen!“, antwortete der Junge.

    Aber es klang nicht mehr so neugierig und verspielt wie zu Beginn des Abends.

    Ende@Auftakt: Lange lebe der Tod

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  • Die Elfe und der Krieger #10: Tu es!

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Als der Junge in den viel zu großen Stiefeln sah, wie das Lächeln der Blumenverkäuferin erlosch und ihr Kopf plötzlich leblos herabhing, gab es kein Halten mehr.

    Zum ersten Mal in seinem Leben schluckte er die Wut nicht hinunter. Zum ersten Mal ließ er ihr freien Lauf, und zwar nicht nur ein bisschen wie vorhin, als er die Beleidigungen der älteren Straßenkinder erwiderte, die ihn dafür verprügeln wollten, auch nicht wie vor ein paar Tagen, als er mit ihren eigenen Mitteln die Arroganz der noblen Herren zurückschlug, die ihn dafür hätten auspeitschen lassen können, nein, diesmal ließ er die Wut ohne Wenn und Aber frei.

    Er stieß das Tor in seinem Inneren weit auf und gab sich ihr hin.

    Ja, endlich sollte die Wut sein dürfen, denn wenn sie endlich wäre, dann würde sie ihm die Kraft verleihen, sich gegen ihren Ursprung aufzulehnen, statt in seinem Inneren zu toben und ihn selbst zu verletzen.

    Die Menschen auf dem Marktplatz wollten die Blumenverkäuferin tot sehen. Sie wollten sehen, wie sie bei lebendigem Leibe verbrannte. Der Junge konnte nicht verstehen, wie irgendwer so etwas wünschen konnte. Und er würde es auch nicht zulassen.

    Nein, diesmal würde er nicht weglaufen oder die Prügel stumm über sich ergehen lassen. Denn diesmal ging es nicht um ihn. Es ging um die einzige Person, die jemals nett zu ihm gewesen war. Die ihn ohne Vorbehalte angelächelt hatte, obwohl er ihr gegenüber anfangs nichts Gutes im Sinn gehabt hatte.

    Wie konnte man den einzigen Menschen verbrennen, der niemandem je etwas zu leide getan hatte, im Gegenteil: der immer nur das Beste für seine Mitmenschen wünschte? Die Blumenverkäuferin hatte nicht viel zu geben, außer ihrem Lächeln und den Blumen, die in den tristen und oft tödlichen Alltag auf den Straßen Vasfjells einen Funken der Schönheit mischten, seltene Momente des Innehaltens und der Freude.

    Nein, diesen Menschen zu verbrennen, war ungerecht.

    Es war falsch.

    Diesmal gab es keinen Zweifel. Er würde dieses Etwas in sich von der Leine lassen. Nicht nur war die eine Person, die ihn immer hatte besänftigen können, im Begriff, auf schreckliche Weise zu sterben, ebendiese Person hatte ihn sogar aufgefordert, sich nicht länger zurückzuhalten.

    Der Junge glaubte, die Stimme der Blumenverkäuferin gehört zu haben, kurz bevor ihr Lächeln und mit ihm ihr Bewusstsein verloschen war. Er glaubte, dass sie zwei Worte gesagt hatte, zwei Worte, die alles veränderten:

    Tu es!

    Die Fäuste des Jungen zitterten. Die Fingernägel schnitten in seine Handflächen. Blut tropfte auf die vibrierenden Pflastersteine zu seinen Füßen.

    Wäre die Masse nicht so in Rage gewesen, sie hätte womöglich noch bemerkt, was ihr bevorstand. Doch als das Wolkengrau einen Spalt breit aufriss und eine blutrote Mondsichel am Abendhimmel zum Vorschein kam, war das magische Fließen, das der Junge geworden war, nicht mehr aufzuhalten.

    Die Wolken am Himmel verdunkelten sich grollend. In ihren Schluchten blitzte ein bizarres Wetterleuchten. Regen setzte ein. Die Winde, die aufkamen, fuhren in die Lumpen, Mäntel und Kleider der Leute auf dem Markplatz, brachen sich an den prunken Fassaden der Kaufmannshäuser und gewannen in den Kreisen, die sie um den Markplatz zogen, zunehmend an Intensität. Schon wurden vereinzelt Girlanden, Blumentöpfe und Dachpfannen in den Himmel fortgerissen. Dann folgten Fensterläden und Fassadenstatuen, die auf die Menschen hinabgeschleudert wurden und diejenigen erschlugen, die nicht rechtzeitig zur Seite sprangen.

    Die edlen Herren auf dem Rathausbalkon mussten sich an der schmiedeeisernen Balustrade festhalten, einigen gelang die Flucht ins Innere, ein anderer stürzte schreiend auf den Markplatz hinab.

    Marktstände zitterten und klapperten, brachen zusammen und wurden fortgeweht. Die Unglücklichen, die den Trümmerteilen im Weg standen, wurden niedergeschlagen, durchbohrt und mitgerissen.

    Dann – mit einem mächtigen Donner, der die Stadt erschütterte – fuhr ein Blitz herab und schlug in dem Jungen mit den viel zu großen Stiefeln ein. Die Menschen in seiner unmittelbaren Nähe stießen Entsetzensschreie aus und, wenn sie nicht bereits von der freigesetzten Kraft weggeschleudert wurden, drängten sie nun von ihm fort, ohne Rücksicht auf die am Boden Liegenden.

    Ein Gardist sprang auf den Jungen zu, der für alle sichtbar keinen Schaden genommen hatte, und in einem Anfall panischer Angst stach er mit seinem Spieß zu. Denn mittlerweile war unverkennbar, dass ebendieser Junge das Auge dieses widernatürlichen Sturms war. Dass er mit der Hexe im Bunde sein musste.

    Der Holzschaft der Langwaffe zerbarst an einer unsichtbaren, vor Elektrizität knisternder Sphäre, die den Jungen einhüllte. Die Augen des Gardisten weiteten sich, er ließ den gebrochenen Schaft fallen und tastete nach dem Schwert an seinem Gürtel.

    Da schrie Junge auf und in diesen Schrei schwang all die aufgestaute Wut mit. So einen Schrei hatte der Gardist noch nie zuvor gehört. Er ging ihm durch Mark und Bein wie ein Todesschrei.

    Plötzlich schien die Zeit wie eingefroren und der Gardist glaubte eine leuchtende Gestalt hinter dem Jungen zu sehen, die über gewaltige Flügel verfügte, Flügel, wie er sie von Schwänen kannte und die zugleich aus wirbelndem Licht bestanden.

    Als ebendiese Flügel sich zusammengezogen, um kurz darauf ihre Spannweite in die schiere Unendlichkeit auszubreiten, dehnte sich mit ihnen auch die nun schimmernde Sphäre, die den Jungen umgab. Gleichgültig, was ihr im Weg war, ob Mensch oder Ding, sie fegte alles hinfort wie eine gewaltige Explosion.

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