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Irdenschimmer 1 – Das Immerdar-Rätsel

Eine Systemflüchtige kämpft ums Überleben in der zum Sterben verurteilten Welt des 24. Jahrhunderts

Mabou Abimbola, eine begabte Biosphären-Architektin, hat sich an den Rand einer dystopischen Intersolarzivilisation geflüchtet, wo sie ihre hart erkämpfte Selbstbestimmtheit abermals verteidigen muss. Als eine bösartige KI ihre Gehirn-Computer-Schnittstelle infiziert und sie mit Albträumen plagt, die sie in schmerzhafte Zeiten zurückführen, ist Mabou vor die Wahl gestellt: sie kann sich der Hoffnungslosigkeit ergeben, die sich ebenso aus dem Leid vergangener Tage speist wie aus dem Verlust der Erde, oder aber sie bringt ihre letzten Kräfte auf, um sich den Albträumen zu widersetzen und ihre seelischen Verwundungen zu überwinden. Nur dann wird Mabou die Ursprünge der Infektion ergründen und den Spuren nach Pluto folgen können, wo ein uraltes Geheimnis begraben liegt – das Immerdar-Rätsel.

Die Irdenschimmer-Romane sind Science-Fiction mit Cyberpunk- und Horror-Elementen. Ich erzähle sie themengetrieben und figurenzentriert. Spannung und Intensität des Geschehens gehen Hand in Hand mit dystopischem Weltenbau, Technik-Fantasien und Gesellschaftskritik.

Im Fokus steht der Mensch, der zu einer Erweiterung seiner Werkzeuge geworden ist, der Technologie, die ihn befreien sollte, aber nun unterdrückt. Mensch und Maschine verschmelzen, der Geist wird regiert von künstlicher Intelligenz, die Fantasie ersetzt durch simulierte Welten. Die Effizienzsteigerung ist allgegenwärtig, ist Credo und Ideologie, ist Beherrschungstool. Der Mensch ist ein Automat geworden, ein Schaltkreis im weltenverschlingenden Hyperkapitalismus, orchestriert von Schwärmen künstlicher Intelligenzen und beherrscht von einem Oligopol aus drei Megakonzernen, die alles und jeden besitzen – Numen genannt.

Die Numen haben es sich in ihrer neofeudalen Herrschaftsarchitektur fein eingerichtet, so fein, dass es für sie nur einen Ausweg aus der Überproduktion gibt, die alles, was glänzt, in Schrott verwandelt und die intersolaren Ressourcen vernichtet:

Der Aufbruch in ein neues Sternensystem.

Doch so einfach ist das nicht.

In dieser Zukunftsgeschichte ist die Technologie nicht die Lösung, nicht das Allheilmittel. Und, wie es scheint, hat sie längst die Grenzen des Machbaren erreicht. Diese Grenzen liegen an den Rändern des Sonnensystems. Jenseits des Kuiper-Gürtels – des äußeren von zwei Asteroiden-Gürteln im Sonnensystem – spannt sich das Nihilum auf: die unüberbrückbare Weite des interstellaren Weltraums. Bisher ist es der Menschheit nicht gelungen, diesen Abgrund zu durchqueren.

Die Numen wären allerdings nicht die Numen, wenn ihr Erlösungsplan nicht größenwahnsinnig wäre: sie wollen die Überbrückung des Unüberbrückbaren. Bewerkstelligen soll dies Irdenschimmer, ein interstellares Kolonisationsprogramm, das seit über hundert Jahren unter Eigenregie der künstlichen Intelligenzen entwickelt wird. Manch atemberaubende Technologie hat das Projekt hervorgebracht. Ob es auch das Nihilum bezwingen wird, ist noch nicht bewiesen.

Dass die Ressourcen im Sonnensystem immer knapper werden und dass Irdenschimmer seinen Anteil daran hat, ist dagegen unübersehbar. Es beschleunigt den Untergang. Und selbst, wenn die die Kolonisation fremder Welten gelänge, wäre auf den Kolonisationsschiffen nicht genug Platz für die gesamte intersolare Menschheit. Wer darf mit, wer muss im ausgebrannten Sonnensystem zurückbleiben?

Diese dystopische Zukunftsvision ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern, wie ich meine, eine Extrapolation gegenwärtiger Entwicklungen. Zu nennen wäre da vieles, vor allem aber das Erstarken der Autokratien, die Machtbestrebungen der Milliardäre, deren in der Öffentlichkeit ausgebreiteten faschistoiden Technokratie-Fantasien sowie ganz besonders: die Verwüstung der Biosphäre durch den menschenverursachten Klimawandel.

Und wozu all das in einem Romanzyklus? Als könnte ein paar Romane irgendetwas daran ändern!

Kunst muss meines Erachtens auf eine sich abzeichnende Zukunft reagieren, muss helfen, sie im Alltag zu bewältigen. Aus meiner Sicht gibt es zwei Wege, das zu tun.

Verdrängung oder Konfrontation.

Die Irdenschimmer-Romane sind keine Feel-Good-Science-Fiction. Sie zielen auf Intensität durch Konfrontation, die durch eine Übersteigerung in der Darstellung zur Katharsis führen kann, also zur Läuterung des Gemüts von schlechten Gefühlen. Sie wollen nicht aufklären. Das wäre allenfalls ein Nebeneffekt. Nein, sie wollen erschüttern und durch die Erschütterung bewältigen (sowie vielleicht aufrütteln).

Es gibt noch einen dritten Weg: die Utopie.

Wenn die Utopie nicht in die Verdrängung kippt, kann sie uns aufzeigen, was Positives möglich wäre, aufzeigen, dass der Mensch eigentlich gut ist, aber die Umstände ihn verderben. Was also, wenn die Umstände gute wären, förderlich und stärkend? Derartige Settings können inspirieren und Hoffnung wecken. Sie können aber auch ablenken.

Die Irdenschimmer-Romane gehen diesen Weg nicht. Sie lassen aber Raum für Lichtblicke. Nicht alles ist düster. Auch diese Zukunftsgeschichte birgt utopische Potenziale. Und vor dunklem Hintergrund wirkt jedes Leuchten, selbst das kleinste, umso stärker.

Wer weiß, vielleicht geht es am Ende ja gut aus? Wenn auch nicht für die Menschheit, dann vielleicht für Mabou und ihre Freunde.

Der Irdenschimmer-Zyklus ist derzeit ein Independent-Projekt. Es sucht einen Verlag. Findet sich keiner, geht es in den Selbstverlag.

Bildnachweise

Artikelbild: Frank Cone (frei lizensiert auf pexels.com)

Bild für Download-Link: Cottenbro Studios (frei lizensiert auf pexels.com)

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