Verfasst von:

Publiziert in:

,

Arbeitsjournal am 17. Mai

Der innere Widerstand schwächelt, auch wenn die Aufregung bleibt und sich unverhältnismäßig gebärdet. Muss es Angst sein, was ich da fühle? Nicht unbedingt. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich die Gefühle auch umdeuten kann, oder besser: neu einordnen.

Dann wird aus Angst plötzlich positive Aufgeregtheit. Stellen wir uns einfach vor, was alles Gutes passieren kann. Ich bin kein Optimist oder Schönredner. Aber hoffen wird man dürfen. Die Hoffnung stirbt zuletzt und das nicht grundlos. Stirbt sie früher, sind wir im Leben schon wie tot. Ein furchtbarer Zustand.

Der innere Widerstand schwächelt und die Ideen sprudeln wieder. Die Tätigkeit hat begonnen. Aus dem Einfall, ein Büchlein im Selbstdruck zu verantworten und zur Lesung mitzubringen, ist ein Plan geworden. Jetzt gilt es, das Manuskript zu redigieren. Das sollte nicht allzu schwierig werden. Die Erzählung Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis habe ich mehrfach bearbeitet. Alles fein.

Dachte ich. Offenbar gibt es doch noch einiges zu redigieren.

Puh, im Ernst? Manchmal möchte ich an meinem Sprachvermögen zweifeln. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass ich einen Text überarbeite. Nein, das habe ich schon zigmal gemacht. Doch dieses Mal ist es ernst. Alles muss stimmen. Gedruckt ist gedruckt. Und wenn ich mehrere Exemplare ordere, kommen die Fehler auch in mehrfacher Ausfertigung.

Zum Glück hilft mir eine Leserin mit exzellentem Sprachgefühl. Allein könnte ich es nicht. Ich behaupte sogar, dass es fast unmöglich ist, einen Text allein zu redigieren. Und das fast schreibe ich auch nur, weil ich nicht so absolut klingen will.

Zuletzt geändert am:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert