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Arbeitsjournal am 19. Mai

Die Überarbeitung des Manuskriptes zieht sich. Das kommt unerwartet. Und nicht gerade gelegen. Die Zeit drängt. Denn will ich, dass die Erzählung Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis bis zur Lesung gedruckt und rechtzeitig geliefert wird, muss sie schleunigst beauftragt werden.

Ich denke, das gehört wohl dazu. Dass man auch unter Zeitdruck arbeiten kann. Ha, eine Binsenweisheit! Aber kreativen Prozessen kann so etwas schaden. Es kann sie, wie ich festgestellt habe, aber auch begünstigen. Es kann Entscheidungen beschleunigen und Texte entschlacken. Die Magie der Deadline. Ich bleibe zwiegespalten, was diesen Zauber anbelangt. Aber dass er wirkt? Unbenommen!

Ein, zwei umfangreiche Änderungen an Nyneve sind trotz akuter Zeitnot erforderlich geworden. Es betrifft Passagen, die mich im Grunde schon 2019 gestört haben, als ich die Erzählung geschrieben habe. Entweder habe ich mein Bauchgefühl damals ignoriert oder ich kann gewisse Dinge heute klarer beurteilen. Es mag auch schlicht der Abstand sein, den ich zu der Erzählung gewonnen habe. Ohnehin weist sie ein paar Besonderheiten auf, die ihre Redaktion aufwändig machen. Aber es tut ihr gut. Durchweg.

Allein könnte ich diese Korrekturphase nicht bewerkstelligen. Für ihren Beistand bin ich einer besonderen Leserin sehr dankbar. Die Tatkraft, mit der sie zu Werke geht, ist beeindruckend und spornt zusätzlich an.

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