Schlagwort: Horror

  • Nyneve, oder Die verborgene Wildnis #2

    Nyneve, oder Die verborgene Wildnis #2

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Das Motiv ihres Gemäldes war unmittelbar dem Leben entnommen, ohne aber das Leben bloß nachzuahmen, es dadurch zu verdoppeln und womöglich durch einen ästhetisierten Zwilling zu ersetzen. Es war ein Moment intensiven Schreckens, den Janna mit Unmengen an Farbe in die Leinwand geradezu hineingeklatscht hatte, um dann die Konturen aus dem Meer von Indigo, Purpur und Sumpfgrün hervorzuarbeiten, einem Meer, das tief reichte. Diesen Motiv gewordenen Moment hatte die Malerin selbst erlebt – erleben müssen! Doch heute Abend war es ihr gelungen, seine erschütternde Kraft in die Mittel der Gestaltung zu übertragen und darin zu binden, wie um sich ein für alle Mal davon loszumachen.

    Dieses Jahr würde es klappen! Dieses Jahr würden die Juroren ihr Talent erkennen! Janna durfte nur nicht die Einreichfrist versäumen, so wie im vergangenen Jahr, als sie sich mutlos gefühlt hatte. Die Bewerbung musste diese Woche raus.

    Lächelnd trat Janna in die Pedale.

    Unter den Fahrradreifen knirschte der abschüssige Sandweg. Es ging in eine Senke, an deren tiefsten Stelle sich rechts des Weges der Schreventeich auftun würde, links hingegen eine ausgedehnte Wiese, die sommers zu dieser Zeit noch bevölkert gewesen wäre. Da die Nächte kalt, windig und verregnet geworden waren, so wie es der Herbst an der Ostsee mit sich brachte, lag die Wiese leer und verlassen da.

    Nur wenige Laternen spendeten längs der Sandwege Licht. Spätabends war der Schrevenpark größtenteils stockduster. Normalerweise mied Janna schlecht ausgeleuchtete Orte zu später Stunde. Sie waren ihr unheimlich. Die nächste Laterne leuchtete erst am Café Castillo, das am anderen Ende des Parks lag und längst geschlossen hatte. Janna sah dort eine der zwei Rückleuchten zum Lessingplatz hinausflitzen. In der Ferne glänzten im kalten Licht der Straßenlaternen bereits die feuchten Pflastersteine und grüßten die junge Frau, die sich, wenn sie ehrlich war, im Dunkeln fürchtete. Heute Nacht spürte sie es so deutlich, wie seit langem nicht mehr.

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  • Nyneve, oder Die verborgene Wildnis #1

    Nyneve, oder Die verborgene Wildnis #1

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Janna klapperte auf ihrem Drahtesel über das holprige Kopfsteinpflaster der Schillerstraße. Beschwingt von dem Abend beschloss die Kunststudentin, eine Abkürzung zu nehmen und zwei Radfahrern durch den Schrevenpark zu folgen. Die beiden waren gerade noch holterdiepolter aus der Freiligrathstraße gerattert und hatten, in einigem Abstand zueinander, Jannas Weg gekreuzt. Janna riss kurzerhand den Lenker herum und sauste nach rechts auf den Sandweg, der in das von Bäumen und Sträuchern abgeschirmte Dunkel führte. Ihrem Rad fehlte eine funktionierende Beleuchtung und so schluckte sie die Nacht, als wäre die Frau nie da gewesen.

    Janna passierte ein Verbotsschild, demzufolge das Radfahren im Schrevenpark nicht erlaubt war. Doch sie pfiff drauf.

    Hält sich sowieso niemand dran, dachte sie.

    Allein vor ihr strahlten bereits zwei Rückleuchten in der Dunkelheit. Es waren die beiden Radfahrer, denen sie gefolgt war. Und hinter ihr mochten noch weitere sein. Dabei hätte man den Park leicht umfahren können. Aber viele Radfahrer, die zwischen Universität und Wohnquartier pendelten, nahmen lieber eine Abkürzung und fuhren hindurch.

    So spät sind die meisten schon zuhause, dachte Janna. Bis auf ein paar Nachzügler.

    Heute Nacht gehörte die Kunststudentin auch zu diesen Nachzüglern. Es hatte sich für sie allerdings gelohnt, erst weit nach 23 Uhr aus dem Gemeinschaftsatelier der Kunsthochschule aufzubrechen. An diesem Abend war ihr etwas Herausragendes gelungen, wie sie meinte: ein Gemälde, das sie erstmals zufriedenstellte, ja den Frieden in ihr überhaupt erst herstellte. Deshalb fühlte sie sich beschwingt, fast beschwipst von der Leichtigkeit, die sie überkam. Es schien, als wäre die Welt zum ersten Mal in Ordnung.

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  • Arbeitsjournal, 10. Juli: Nyneve-Sonderserie

    Mit dem gestern erschienenen Fragment Im Kreuzfeuer #13: Untergang sind nun jeweils das erste Kapitel in beiden Fragmente-Serien komplett veröffentlicht, das heißt: Sowohl das Auftakt-Kapitel Lang lebe der Tod des Fantasy-Romans Die Elfe und der Krieger als auch Kapitel 1 Untergang der Sci-Fi-Robinsonade Im Kreuzfeuer können hier nun in Gänze gelesen werden.

    Zeit für ein kleines Päuschen, um den Meilenstein zu feiern?

    Ja, schon, aber das bedeutet nicht, dass es nichts zu lesen gäbe.

    Im Gegenteil: Heute Abend um 16 Uhr startet hier eine kurze, aber sehr besondere Serie. Es geht um die Horror-Erzählung Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis, aus der ich vor einigen Wochen auf dem Mondo Grindhouse Festival in Kiel gelesen habe.

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  • Irdenschimmer 1 – Das Immerdar-Rätsel

    Irdenschimmer 1 – Das Immerdar-Rätsel

    Eine Systemflüchtige kämpft ums Überleben in der zum Sterben verurteilten Welt des 24. Jahrhunderts

    Mabou Abimbola, eine begabte Biosphären-Architektin, hat sich an den Rand einer dystopischen Intersolarzivilisation geflüchtet, wo sie ihre hart erkämpfte Selbstbestimmtheit abermals verteidigen muss. Als eine bösartige KI ihre Gehirn-Computer-Schnittstelle infiziert und sie mit Albträumen plagt, die sie in schmerzhafte Zeiten zurückführen, ist Mabou vor die Wahl gestellt: sie kann sich der Hoffnungslosigkeit ergeben, die sich ebenso aus dem Leid vergangener Tage speist wie aus dem Verlust der Erde, oder aber sie bringt ihre letzten Kräfte auf, um sich den Albträumen zu widersetzen und ihre seelischen Verwundungen zu überwinden. Nur dann wird Mabou die Ursprünge der Infektion ergründen und den Spuren nach Pluto folgen können, wo ein uraltes Geheimnis begraben liegt – das Immerdar-Rätsel.

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  • „Archive 81“

    „Archive 81“

    Auf Videotapes gebannter Horror kosmischen Ausmaßes

    Im Auftrag eines Konzerns soll ein junger und talentierter Archivar die verstörenden Aufnahmen einer Dokumentarfilmerin über eine Geheimsekte restaurieren.

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