Schlagwort: Science-Fiction

  • Im Kreuzfeuer #5: Widerstreit von Geist und Körper

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    „Computergenerierte Erinnerungen werden jetzt implantiert.“

    Plötzlich erfassten das Subjekt Krämpfe und es begann sich wild hin und her zu werfen.

    „Was ist los?“, fragte Dr. Cramer.

    „Etwas ist schiefgegangen! Noch weiß ich nicht, was!“, rief Dr. Garrett, während er auf dem Bildschirm einer Steuerungskonsole nach Antworten suchte. Unterdessen nahmen die Schüttelkrämpfe des Subjekts an Intensität zu. Den Biodaten entnahm Dr. Cramer, dass die Gehirnwellen von Subjekt CK-T.132 instabil geworden waren. Im Grunde spielten sie verrückt.

    „Verdammt nochmal!“

    „Da! Ich habe etwas gefunden!“, meldete sich Dr. Garret zurück. „Es scheint so, als würde das Subjekt die neuen Erinnerungen teilweise abstoßen. Noch ist nicht klar, weshalb.“

    „Scannen Sie das Gehirn auf alte Erinnerungen“, ordnete Dr. Cramer an.

    Erinnerungen galten dem Menschen lange Zeit als Beweis der Seele – oder später, als Psychologie und Neurologie fortgeschrittener waren, als unerklärliches Rätsel, das aus dem Widerstreit von Geist und Körper resultierte. Doch letztlich erwiesen sich auch die Erinnerungen schlicht als biochemische Strukturen, die einer gewissen Codierung folgten.

    „Aber die QR-212-X wurde doch schon durchgeführt!“, insistierte Dr. Garrett.

    „Nicht von uns.“

    „Also gut.“ Dr. Garrett führte den Gerhirnscan durch. „Verdammt, Sie liegen richtig! Da sind noch immer Erinnerungen vorhanden. Die QR-212-X muss sie nur unzureichend gelöscht haben. Keiner Wunder, dass die programmierten Erinnerungen abgestoßen werden!“

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  • Im Kreuzfeuer #4: Wiedergeburt

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    „Biodaten“, befahl Dr. Garret, woraufhin einer der Techniker, die wie die Forscher weiße Kittel trugen, die angeforderten Informationen vortrug:

    „Physischer Zustand stabil. Künstlicher Kälteschlaf aktiv bei minimalem Stoffwechsel. Minimale Gehirnaktivität. Körperfunktionen im Normbereich. Subjekt bereit zur Wiedererweckung.“

    „Beginnen mit Phase 1 der Wiedererweckung.“

    „Phase der Ankunft eingeleitet. Kältekammer mit synthetischer Amnionflüssigkeit fluten.“

    Die Kältekammer füllte sich mit einer grünen Flüssigkeit, die stoffelwechselaktiv war, wie Dr. Cramer wusste, und welche die Ankunft von CK-T.132 herbeiführte.

    „Kälteschlaf aufgehoben. Subjekt CK-T.132 ist angekommen und wird in künstliches Koma versetzt. Phase 1 abgeschlossen. Bereit für Phase 2.“

    In dem röhrenartigen Behälter – dem Amnion, wie die Forscher es auch nannten – trieb die Frau nun in dem leuchtenden Grün auf und ab. Ihre Haut war noch immer blass. Aber sie schien nun lebendiger, tatsächlich, als schliefe sie bloß. Man sah deutlich, wie sich ihr Brustkorb hob und senkte. Sie atmete die mit Sauerstoff angereicherte Flüssigkeit.

    „So viel dazu“, kommentierte Dr. Cramer. „Die QR-212-X wurde bereits vor Schlaflegung durchgeführt. Das bedeutet, dass alle Erinnerungen des Subjektes gelöscht sind. Wir überspringen Phase 2.“

    „Phase der Läuterung wird übersprungen“, bestätigte Dr. Garrett fürs Protokoll.

    „Beginnen mit Phase 3.“

    „Phase 3 – die Wiedergeburt – wird eingeleitet!“, nickte Dr. Garret. „Neuprogrammierung der Persönlichkeit steht kurz bevor.“

    Der Hochleistungscomputer dockte an die Geräte der Kältekammern an und die Prozedur zum Neuschreiben der Persönlichkeit wurde eingeleitet.

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  • Irdenschimmer 1 – Das Immerdar-Rätsel

    Irdenschimmer 1 – Das Immerdar-Rätsel

    Eine Systemflüchtige kämpft ums Überleben in der zum Sterben verurteilten Welt des 24. Jahrhunderts

    Mabou Abimbola, eine begabte Biosphären-Architektin, hat sich an den Rand einer dystopischen Intersolarzivilisation geflüchtet, wo sie ihre hart erkämpfte Selbstbestimmtheit abermals verteidigen muss. Als eine bösartige KI ihre Gehirn-Computer-Schnittstelle infiziert und sie mit Albträumen plagt, die sie in schmerzhafte Zeiten zurückführen, ist Mabou vor die Wahl gestellt: sie kann sich der Hoffnungslosigkeit ergeben, die sich ebenso aus dem Leid vergangener Tage speist wie aus dem Verlust der Erde, oder aber sie bringt ihre letzten Kräfte auf, um sich den Albträumen zu widersetzen und ihre seelischen Verwundungen zu überwinden. Nur dann wird Mabou die Ursprünge der Infektion ergründen und den Spuren nach Pluto folgen können, wo ein uraltes Geheimnis begraben liegt – das Immerdar-Rätsel.

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  • Ein zweiter letzter Ritt

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Das elektrische Licht des Plexus fiel in Parallelen durch die Stahllamellen der Außenjalousie, als diese sich automatisch aufdrehten, und durchschnitt das Halbdunkel der Absteige. Nabils Augenwinkel zuckten. Über seine Lider flackerten die Schatten der vorbeisurrenden Antigrav-Gefährte. Momentlang glaubte er sich in den Schrottweiten der Subdecks, angelehnt an die Flanke seines Reittiers, aber dann begriff er, dass er bloß im Sitzen eingeschlafen war, dass Hermis sich im Zwinger befand und er sich in einem Bett mit Kaltschaummatratze, dass er also wieder zurück war, zurück im Intermedium, wo die Welten der Ober- und Unterdecks, wo Reich und Arm in einem Stadtgeflecht aufeinanderprallten, das sie hier Plexus nannten. Weiter hinauf hatte es Nabil in der Zitadelle bisher nicht geschafft. Nicht schlimm! Für einen wie ihn gab es, je höher er käme, nur desto weniger zu tun. Und von irgendwas musste jeder leben. Wovon Nabil die letzten Lokalzyklen gelebt hatte, nun, das hatte er für einen erfüllten Transportkontrakt von Vort Antauri erhalten. Aber es war alles schon wieder weg. Das Leben im Plexus war verdammt teuer geworden. Eigentlich hatte es sein letzter Ritt werden sollen. Das konnte er jetzt vergessen.

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  • Über all das, was wir uns gesagt haben, werden wir schweigen

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Hilje Frey stand mit den Händen in den Hosentaschen vor dem Schlafzimmerspiegel. Sie befand sich im Haus ihrer Eltern und hatte kein Interesse daran, ihr Spiegelbild zu betrachten, bevor es hinunter zum Abendessen ginge, anders als ihre Mutter, die sich herausgeputzt hatte und erst an sich, dann an ihr herumzupfte, ohne damit etwas nach Auffassung ihrer Tochter verändert zu haben.

    „Benimm dich diesmal, Hille.“

    „Klar, und wird sich Vater auch benehmen?“

    „Er hat es versprochen.“

    „Natürlich.“

    „Bitte, Hille, wir kommen so selten zusammen.“

    „Wundert dich das?“, hätte Hilje fast gesagt. Aber damit wäre sie wieder zu weit gegangen. Sie holte tief Luft.

    „Würdest du wohl aufhören, an mir herumzuzupfen?“

    „Ach, du bist doch mein Kind! Ich will nur, dass du–––“

    „Ich bin 40, Mam!“

    „43.“

    „Jetzt reite noch darauf herum!“

    Hilje wollte vorwurfsvoll klingen oder auch nicht. Überzeugend klang sie jedenfalls nicht. Sie musste selbst grinsen. Ihre Mutter schmunzelte auch. In diesem Moment schien alles ein wenig leichter zu sein, als es war.

    „Und bitte sag am Tisch nichts…“

    Hiljes Gesicht verfinsterte sich. „…nichts von Kimiko?“

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