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Arbeitsjournal am 03. Mai

Mir ist eine Möglichkeit gegeben worden. Es mag nicht nach viel klingen, aber für mich ist es viel. Ich kann, wenn ich mich dazu entscheide, auf einem Filmfestival in Kiel aus einer Erzählung lesen. Heute ist die Entscheidung gefallen.

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich gegen das Schreiben entschieden. Nicht endgültig. Nicht für immer. Aber für unbestimmte Zeit. Stattdessen wollte ich mich um andere Dinge kümmern. Muss ich mich kümmern. Nach wie vor.

Aber dann habe ich mir gesagt, dass ich diese Option nicht verstreichen lassen kann. Natürlich nicht. Ich bin Schriftsteller durch und durch. So abgedroschen es klingen mag, aber: Ich schreibe, also bin ich. Als ich das erste Mal Freunden und Familie Geschichten von mir zu lesen gegeben habe, war das wie ein Outing.

Schreiben ist kein nettes Hobby für mich. Kein Job, den man 24/7 durchzieht, nach Regeln, die der Markt diktiert. Es ist eine Seinsweise. Ein spezifisches So-Sein in der Welt.

Ich bin Schriftsteller.

Ob ein guter, werden andere entscheiden. Und wie auch immer diese Entscheidung ausfällt, es ändert nichts daran, wer oder was ich bin.

Es gibt einen alten Spruch. Ich habe ihn mir vor einiger Zeit zurechtgelegt. Er geht so: Du wirst, was du bist, indem du es bist. Klingt ein wenig kompliziert. Aber konkret angewendet klingt es schon einfacher, nämlich so:

Ich werde Schriftsteller, indem ich es bin.

Und deshalb habe ich zugesagt. Ich werde auf dem Festival lesen.

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