Inhaltshinweise zu dieser Geschichte
„Es ist ewig her, Lysha!“, begann Jasper, als er sie auf Armeslänge von sich forthielt, um sie besser begutachten zu können „Aber ich erinnere mich noch sehr gut an dich.“ Er wuschelte ihr blondes Haar. „Du warst noch ein kleines Mädchen, als wir uns zuletzt gesehen haben!“
„So klein nun auch wieder nicht!“, korrigierte Lysha ihn und schob seine Hand, die ihre Frisur ruinierte, beiseite. „Inzwischen bin ich schon zweimal erwachsen! Fünfzehn Sommer und sechszehn Winter, um genau zu sein!“ Und dann erklärte sie altklug: „Andere Frauen sind jetzt schon lange verheiratet, weißt du…“
Jasper hob die Augenbrauen. „Ähm… ja… klar.“
„Und du bist jetzt… lass mich mal rechnen… neunzehn Sommer und Winter alt, oder irre ich mich?“
„Nein, da liegst genau richtig… Hör mal, Lysha, es war schön, dich wiederzusehen. Aber ich will weiter nach Birkensund. Wir sehen uns bestimmt auf dem Mittsommerfest heute Abend…“
Jasper war schon drauf und dran, in den Sattel zu steigen, da hielt Lysha ihn mit beiden Händen am Handgelenk fest. „Wo bist du die ganze Zeit gewesen?“, rief sie. „Was hast du gemacht? Wie ist es dir ergangen?“ Lyshas Wangen leuchteten vor Aufregung. „Du musst mir alles ganz genau erzählen!“
Jasper, den die vielen Fragen überwältigten, seufzte. Aber dann lachte er leise in sich hinein. „Also gut“, fing er geduldig zu erklären an. „Ich komme aus Castella. Dort lebe ich am Hof von Herzog Benninger. Er und einige seiner Untergebenen unterrichten dort junge Leute im Schwertkampf, Lanzenreiten und im Umgang mit schweren Langwaffen. Wer sich bewährt, den nimmt der Herzog mit zu einem Anwesen, etwas abseits der Burgstadt. Dort ist seine persönliche Ausbildungsstätte für Kämpfer. Der Herzog meint, das Land habe immer Bedarf an Kämpfern.“
„Und gefällt es dir dort?“, fragte Lysha. Sie war hellauf begeistert von seiner Erzählung. Auf den Gedanken, Jaspers Handgelenk wieder loszulassen, kam sie darum gar nicht erst. Sie hielt ihn fest, so wie er das Pferd bei den Zügeln hielt.
„Es ist hart und anstrengend“, beantwortete er ihre Frage offen und ehrlich, während er versuchte, sich von ihrem Griff zu befreien, ohne unhöflich oder gar grob zu werden. Das stellte sich als recht schwierig heraus, da er die Zügel nicht loslassen wollte. „Aber ich bin sehr gerne dort. Ich will unbedingt ein Krieger werden!“
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