Inhaltshinweise zu dieser Geschichte
So schnell, wie die Eindrücke auf sie eingeprasselt waren, so schnell entschwanden sie nun auch wieder, als wären sie Erinnerungen an einen Traum aus letzter Nacht. Vermutlich war es nur ihre Fantasie, die ihr wie so oft in letzter Zeit Streiche spielte und sie Dinge sehen ließ, die nicht vorhanden waren.
Wie gern hätte Valshiëlle alles mit dieser simplen Erklärung abgetan, doch etwas in ihr sträubte sich dagegen und raunte ihr zu, es sei töricht, so etwas zu glauben. Und selbst wenn es wahr wäre, eines bliebe merkwürdig: Bevor die Bilder durch die Wirklichkeit sickerten und dieselbe ersetzten, war stets nur ein einziger Gedanke in ihrem Bewusstsein. Egal, worüber und weshalb er gedacht wurde, es war immer ein beiläufiger Gedanke, der ihr plötzlich keine Ruhe mehr ließ, der sich aufdrängte und sie zwang ihn zu Ende zu führen. So sehr brannte er mit einem Mal auf der Seele. Und schließlich verlor sie sich in den Grübeleien. Vielleicht war es ja doch ihre eigene Schuld, vielleicht sollte sie lernen ihre Fantasie zu zügeln.
Eines bezog die Elfe jedoch nicht in diese Erklärung mit ein. Dieses zwiespältige Gefühl, das mit den Bildern einherging.
„Manchmal verstehe ich mich selbst nicht mehr“, flüsterte sie dem Plätschern des Flusses zu. „Was ist nur los mit mir?“
Wenn ihre Fantasie sie nicht auch nachts verfolgen würde! Wie oft war sie in den letzten Tagen schweißgebadet in ihrem Bett hochgefahren, nur um festzustellen, dass sie geträumt hatte?
Seufzend fuhr sich Valshiëlle mit der Hand durch ihr dickes, braunes Haar und schloss die andere zart um die Feder. Dieses kleine Weiß hatte etwas Beruhigendes an sich.
„Valshiëlle?“, fragte die vertraute Stimme von eben abermals, diesmal eindringlicher. „Ist was mit dir? Du wirkst abwesend!“
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