Inhaltshinweise zu dieser Geschichte
Valshiëlles Arme lösten sich ein wenig aus ihrer abweisenden Haltung, ganz so, als wäre sich die Elfe ihrer Position nicht mehr so sicher. Calions Blick mied sie weiterhin.
„Wie kann man nur so arrogant sein?“, schimpfte sie stattdessen. „Kann man einem Menschen verwehren, dass er nur das Allerwichtigste erleben möchte? Aus der Sicht eines Elfen, einem Wesen, das viele Jahrhunderte leben kann, mag das Leben eines Menschen hastig erscheinen. Aber versucht der Mensch nicht bloß das Beste aus der Zeitspanne zu machen, die er auf dieser Welt verweilen darf? Damit diese kurze Frist irgendeinen Sinn bekommt?“
Zornig holte Valshiëlle zu einer schwungvollen Geste aus, als sie mit einem Mal auf dem nassen Felsen ausrutschte und den Halt verlor. Sie ruderte mit den Armen, die Welt kippte. Wahrscheinlich wäre sie ins Flussbett gefallen, hätten sie nicht im letzten Moment Calions Arme aufgefangen. Erschrocken raffte sie sich an ihn.
Seine Hand umfasste ihr Kinn und zwang sie zart, ihm ins Gesicht zusehen. Plötzlich war er ihr so nah, dass ihr die Luft wegblieb.
„Wenn du zornig bist, wirst du unbedacht“, behauptete er frei heraus. „Achte darauf, wohin du trittst! Auch im Kampf kann dir das nur von Nutzen sein.“
„Weshalb bist du hier?“, flüsterte sie heiser.
„Ich bin hier“, erwiderte Calion, „weil ich ausgesandt wurde, um die verlorenen Kinder des Silberwaldes zu finden. Und du bist eines davon, Val.“
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