Kategorie: Fragmente

  • Die Elfe und der Krieger #8: Kleine Seele so wütend

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Die Blumenverkäuferin hatte den Jungen in den viel zu großen Stiefeln vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Er machte es ihr auch nicht schwer. Zwar redete er nie viel, bekundete seine Treue und Aufrichtigkeit aber durch Taten. Sie wusste, dass sie in ihm einen Freund gefunden hatte, wie sie ihn lange gesucht hatte. Zugleich war der Junge, der von sich sagte, er heiße Erich, eine noch kleine Seele, die der Fürsorge bedurfte. Jemand musste Verantwortung für ihn übernehmen. Zu keinem anderen Menschen, dem sie auf ihrer langen Wanderschaft begegnet war, hatte sie eine tiefere Verbundenheit empfunden als zu diesem Jungen. Sie wusste einfach, dass sie zueinander gehörten. Vielleicht war er sogar der Grund gewesen, weshalb sie in die weite Welt aufgebrochen war.

    Diese unerwartete Verbundenheit wurde erstmals auf die Probe gestellt, als sich der Junge unabsichtlich Ärger mit ein paar noblen Herren einhandelte, die gerade den Markplatz in Richtung des Rathauses überquerten. Das war auch das erste Mal gewesen, als die Blumenverkäuferin tief in die Seele des Jungen hinabgesehen hatte. Zwar mochte sie im Kindesalter erblindet sein, dafür hatte sich jedoch ihr inneres Auge geöffnet, das ihr Einsichten gewährte, von denen die Sehenden nichts ahnten. Und so sah sie, als sie in die Seele des Jungen blickte, ein äußerst starkes Gefühl, das ihr als wirbelndes Knäuel in der Farbe von glühendem Metall erschien. Es war eine ungeheure Wut, die kaum zu bändigen war. Sie wollte sich Bahn brechen, würde es auch, wenn niemand etwas unternahm.

    „Bettlerkinder wie du sind eine echte Plage“, schimpfte einer der noblen Männer voller Abscheu. „Ungeziefer aus der Gosse“, bestätigte ihn ein anderer.

    „Können eben nicht alle so feine Schnösel sein!“, brauste der Junge auf: „Ich kann nichts dafür, wenn ich keine Eltern habe!“

    Die Männer, vor deren Füße er gestolpert war, verhöhnten ihn nur:

    „Oh, es kann sprechen!“

    Ihr Gelächter hallte weit. Von fern spürte die Blumenverkäuferin, dass etwas im Gange war, und eilte los. Ihr inneres Auge kannte den Weg. Der Junge, der von einem der Männer festgehalten wurde, ballte die Fäuste und ließ seine Wut sprechen, die gegen alle Konventionen verstieß und ihm noch größeren Ärger geradezu einhandeln wollte:

    „Nicht alle haben Eltern, die alles für sie kaufen, so wie Ihr sie hattet! Einen Tag in meinen Stiefeln und Ihr wäret geliefert!“ Er imitierte die affektierte Art der Noblen, wie er sie häufig schon am eigenen Leib erlebt hatte: „Und jetzt geht mir aus den Augen!“

    Wieder erschallte Gelächter, doch nicht alle lachten mit. Der Mann, den der Junge direkt angesprochen hatte, schwieg, indes seine Kameraden riefen: „Ha, Mumm hat der Kleine ja!“

    Unvermittelt ohrfeigte der Mann den Jungen, woraufhin das Gelächter abebbte. Dann packte er ihn am Ohr und zerrte ihn in Richtung einer Gasse fort, wo eine noch viel größere Trachtprügel wartete, wenn nicht sogar Schlimmeres.

    Niemand fasste sich ein Herz. Die Passanten ignorierten den Jungen, der vor Wut und Schmerz schrie. Sie blickten zu Boden und beschleunigten ihre Schritte. Die wenigen Umstehenden wiederum sahen tatenlos zu, manche tuschelten hinter vorgehaltener Hand.

    Ehe der Mann die Gasse erreichen konnte, verstellte ihm eine Frau mit braunen Locken den Weg. An ihrem abgetragenen Kleid erkannte er sie als einfache Frau. Womöglich eine Bettlerin wie dieser schmutzige Junge. Ihre Augen waren seltsamerweise geschlossen und sie lächelte. An ihrem Arm hing ein Korb voller Blumen. Sie reichte ihm eine davon und sagte:

    „Eine Blume für den Herrn?“

    Der Mann war wie ausgewechselt. Er nahm die Blume entgegen und betrachtete sie. Zugleich ließ er von dem Jungen ab, der sich hinter der Frau versteckte und das glühende Ohr rieb.

    „Ist das dein Balg?“, frage der Mann. Seine Stimme klang bereits milder.

    Sie nickte. „Bitte, mein Herr, verzeiht ihm sein Betragen! Er weiß noch nicht, was sich gehört.“

    „Dann solltest du es ihm lehren, Weib! Oder besser: Ich lehre es ihm gleich selbst! So lernst du auch noch etwas dabei!“

    Sie machte einen Schritt auf den Mann zu und legte eine Hand auf seine Brust. Daraufhin beruhigte er sich abermals. Er wirkte irritiert, aber dennoch entspannter.

    „Habt Nachsicht!“, flüsterte sie eindringlich. „So wie es die Siebengötter uns lehren!“

    Der Mann erwiderte nichts, blickte sie bloß an. Die Frau nahm ihm die Blume wieder aus der Hand und steckte sie mit kecker Geste in ein Knopfloch seines Mantels. Dann verabschiedete sie ihn höflich, aber mit Bestimmtheit:

    „Geht nun Eures Weges, mein Herr, und vergesst uns.“

    Der Mann reagierte auf diesen seltsamen Abschiedsgruß mit einem unsicheren Lächeln und einem sehr förmlichen Nicken. Dann wandte er sich ab und schloss zu seinen Kameraden auf, mit denen er im Rathaus verschwand, als wäre nie etwas vorgefallen.

    Die Blumenverkäuferin hockte sich zu dem Jungen und schloss ihn in die Arme. Der rieb sich noch immer das schmerzende Ohr und sagte nichts. Aber das musste er auch nicht. Sie spürte seine Dankbarkeit auch ohne Worte. So wie sie eben noch seine Wut gespürt, sogar gesehen hatte: erst als wirbelndes Knäuel, dann als Gestalt, die hinter dem Jungen aufragte und im Feuerrot der Schmiedeeschen leuchtete.

    Niemand sonst hatte die Wut gesehen, die, wäre die Frau nicht eingeschritten, Magie geworden wäre, äußerst zerstörerische Magie.

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  • Im Kreuzfeuer #7: Notruf

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Offenbar hatte man auf der Kommandobrücke einen Notruf aus einem Nachbarsystem erhalten, das bereits jenseits des bekannten Universums lag. Für diese Regionen waren die Sternenkarten noch unzuverlässig, aber die Langstreckenscanner erfassten tatsächlich eine Sonne mit sieben Planeten, von denen zwei bewohnbar waren und sogar Leben nach menschlichen Maßstäben ermöglichten. Einer davon war ein grüner Gigant – ein wasserreicher Urwaldplanet, wie man ihn nur selten findet. In dessen Umlaufbahn driftete laut Sensoren das havarierte Raumschiff, welches das Notsignal abgesetzt hatte. Dem zufolge handelte sich es bei den Schiffbrüchigen um eine Expedition von X-Tarma-12, deren Treibstoffreserven zur Neige gegangen waren. Schuld daran sei ein heikles Manöver gewesen, das notwendig geworden sei, um eine Kollision mit einem nicht identifizierten Flugobjekt zu vermeiden. Es sei plötzlich aufgetaucht und habe widererwarten den Kurs des Forschungsschiffs geschnitten.

    Nicht identifiziertes Flugobjekt! Wenn Harry das schon hörte! Das klang jedes Mal, als würde die Menschheit endlich auf außerirdisches Leben stoßen, das eine vergleichbare Intelligenz aufwies – Tiere und Pflanzen hatte man bereits zahlreiche entdeckt, sogar echsenartige Humanoide, die allerdings gerade einmal so schlau waren wie die Affen von der Erde. Doch Begegnungen auf Augenhöhe waren bisher ausgeblieben. Wahrscheinlich hatte auch diesmal nur der Navigator gepennt und es handelte sich um einen Meteoriten, dessen Flugbahn er bei der Programmierung des Kurses längst hätte mit einberechnen sollen. Und jetzt war das Ding schon wieder außer Reichweite der Sensoren, vielleicht weil es hinter dem grünen Giganten verschwunden war, in dessen Umlaufbahn es geraten war. Wie auch immer, es wäre jedenfalls nicht das erste Mal, dass Harry so etwas erlebt hatte, wenn auch selten auf diesem Gefangenentransporter, dessen Captain sich andere Prioritäten als die Erforschung der Leere setzte. Aber auch wenn er andere Prioritäten hatte, war er zu Hilfeleistungen bei einer Havarie verpflichtet. So verlangte es der Raumfahrerkodex.

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  • Im Kreuzfeuer #6: Hab keine Angst, mein Kind

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Durch den wissenschaftlichen, technologischen und insbesondere, wie Dr. Cramer vor jüngeren Fachkollegen gern betonte, ethischen Fortschritt war es möglich geworden, die biochemischen Strukturen der Erinnerung im Gehirn eines Probanden zu lokalisieren und sie nicht nur auszulesen, sondern auch umzuschreiben. Erstaunlicherweise hatten sich diese Strukturen jedoch, sofern sie nicht akribisch bereinigt wurden, als äußerst widerspenstig erwiesen.

    „Sofort die Reprogrammierungsprozeduren stoppen und das Subjekt sedieren!“

    „Verstanden!“, rief Dr. Garrett. „Sofortiger Abbruch von Phase 3!“

    „Und führen Sie anschließend weitere Tests durch, deren Ergebnisse Sie mir umgehend als Bericht zukommen lassen. Ich will wissen, in welchem Zustand sich der Erinnerungsapparat von Subjekt CK-T.132 befindet! Notfalls müssen wir es zunächst ohne intakte Neuprogrammierung wiedererwecken. Dann können wir es im Wachzustand beobachten und befragen. Eine äußert ineffektive Methode. Aber was soll’s…“

    „Wird erledigt!“, erklärte Dr. Garrett.

    „Immer nur Pfusch!“, knurrte Dr. Cramer und trat an das Panzerglas heran, das ihn von CK-T.132 trennte. Er verschränkte seine Hände hinter dem Rücken und flüsterte, sodass es das Wiedererweckungsteam nicht hören konnte:

    „Ich werde das nicht dulden und eine Beschwerde an die verantwortlichen Regierungsbehörden richten. Immerhin verdanken wir denen die fehlerhafte QR-212-X. Aber hab keine Angst, mein Kind, wir finden eine Lösung.“

    ***

    Als die Lazarus VII das Sternensystem X-Tarma erreichte, wurde Alarm ausgelöst. Fast augenblicklich berief man Harry und weiteres Sicherheitspersonal von ihren Wachposten ab und stellte ein Einsatzteam zusammen. Wie man den mürrischen Wachmann im Briefing wissen ließ, hatte sich der Captain zu einer Hilfsmission bereit erklärt, genauer: zu einer Bergungsmission. Harry hasste Bergungsmissionen. Denn für gewöhnlich musste man dafür in das Nichts da draußen hinaus. Er bekam noch immer eine Gänsehaut von der Vorstellung, in einem winzigen Shuttle durch die Leere zu fliegen, mit Atemluft für begrenzte Zeit und dicht an dicht gedrängt mit Ärzten, Technikern und anderen Söldnern wie ihn. Dank der Größe der Lazarus VII vergaß er manchmal, dass er sich überhaupt im Weltall befand. Das waren selige Momente!

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  • Im Kreuzfeuer #5: Widerstreit von Geist und Körper

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    „Computergenerierte Erinnerungen werden jetzt implantiert.“

    Plötzlich erfassten das Subjekt Krämpfe und es begann sich wild hin und her zu werfen.

    „Was ist los?“, fragte Dr. Cramer.

    „Etwas ist schiefgegangen! Noch weiß ich nicht, was!“, rief Dr. Garrett, während er auf dem Bildschirm einer Steuerungskonsole nach Antworten suchte. Unterdessen nahmen die Schüttelkrämpfe des Subjekts an Intensität zu. Den Biodaten entnahm Dr. Cramer, dass die Gehirnwellen von Subjekt CK-T.132 instabil geworden waren. Im Grunde spielten sie verrückt.

    „Verdammt nochmal!“

    „Da! Ich habe etwas gefunden!“, meldete sich Dr. Garret zurück. „Es scheint so, als würde das Subjekt die neuen Erinnerungen teilweise abstoßen. Noch ist nicht klar, weshalb.“

    „Scannen Sie das Gehirn auf alte Erinnerungen“, ordnete Dr. Cramer an.

    Erinnerungen galten dem Menschen lange Zeit als Beweis der Seele – oder später, als Psychologie und Neurologie fortgeschrittener waren, als unerklärliches Rätsel, das aus dem Widerstreit von Geist und Körper resultierte. Doch letztlich erwiesen sich auch die Erinnerungen schlicht als biochemische Strukturen, die einer gewissen Codierung folgten.

    „Aber die QR-212-X wurde doch schon durchgeführt!“, insistierte Dr. Garrett.

    „Nicht von uns.“

    „Also gut.“ Dr. Garrett führte den Gerhirnscan durch. „Verdammt, Sie liegen richtig! Da sind noch immer Erinnerungen vorhanden. Die QR-212-X muss sie nur unzureichend gelöscht haben. Keiner Wunder, dass die programmierten Erinnerungen abgestoßen werden!“

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  • Die Elfe und der Krieger #7: Lang lebe der Tod

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Sehen konnte die Frau die grölende Menge nicht, als man sie an den Pfahl inmitten der aufgebahrten Holzscheite festzurrte. Sehr wohl aber hörte sie die Flüche und Beschimpfungen. Die Menschen wünschten ihr den Tod. Sie wollten sie brennen sehen.

    Offenbar klagte man sie der Verführung eines Priesters an und bezichtigte sie der Hexerei. Ihren Anklägern war sie jedoch nie begegnet, lediglich den Henkern. Erst dem Brüllen der aufgewiegelten Masse entnahm sie, wessen sie angeklagt war, nein, wofür sie hingerichtet werden sollte.

    „Was für ein Irrsinn!“ Die Gedanken der Frau rasten.

    Ihr Körper hing zwar in den Fesseln, wäre ohne sie vor Erschöpfung zu Boden gegangen, doch ihr Kopf arbeitete wie wahnsinnig. Sie war wie in einem grässlichen Rausch gefangen. Ein giftiges Gemisch aus Todesangst und Verzweiflung, das sie verrückt machte.

    Sie kam nicht umhin, sich die Gesichter der Menschen vorzustellen – das machte sie so, seit die Augen, mit denen sie das Licht der Welt erblickte, im Alter von sieben Jahren erblindet waren. Damals waren ihre Pupillen innerhalb weniger Monate zugewachsen. Seither war es, so sagten ihr die anderen, als hätte sie nie welche gehabt.

    Ihre Vorstellungskraft war seitdem aber umso größer geworden. Also imaginierte sie, was sie nicht sehen, aber spüren konnte: die vor Hass feurig leuchtenden Augen und von Schimpf weit aufgerissenen Mäuler der grölenden Masse, ihre gen Himmel gereckten Fäusten und das Gedränge ihrer Körper.

    Waren das dieselben Leute, denen sie vor einem Tag noch Blumen hatte verkaufen wollen? Für die sie jeden Morgen in den Wald jenseits der Stadtmauern gegangen war, wo die Blumen mit den bezauberndsten Düften wuchsen, auf die Lichtungen, wo die Blumen mit schönsten Blüten und prächtigsten Farben gediehen, und auf die Hügel nahe dem Wasser, wo die seltensten und robustesten Sorten zu finden waren? Es mussten dieselben sein!

    Und dennoch hörte, spürte, roch sie jetzt das Feuer, das die Fackeln in den Fäusten der Gardisten zu ihren nackten Füßen entfacht hatten. Der Scheiterhaufen brannte. Bald würde auch sie brennen! Die Hitze stieg rasch zu ihr hinauf und wollte sie durchdringen. Der Rauch hüllte sie ein und wollte sie ersticken.

    Nie hätte sie gedacht, dass sie der Hass so sehr in den Griff nehmen würde wie in diesen letzten Momenten ihres Lebens. Jetzt – mit dem Schmerz im Körper und dem Blutgeschmack im Mund – wünschte sie all den Gesichtern in ihrer Vorstellung ein nicht minder grässliches Ende, als es ihr bevorstand. Ginge es nach ihr, dann sollte die ganze Stadt brennen und in dem kochenden Blut ihrer Bürger ersticken.

    *

    Der Junge in den viel zu großen Stiefeln kannte und fürchtete die Spektakel, die auf dem Vasfjeller Marktpatz abgehalten wurden. Darum vermied er es für gewöhnlich zu weit nach vorn zu geraten, wo er unabsichtlich einen Blick auf die brennenden Frauenleiber erhaschen konnte. Doch heute Abend drängte ihn ein ungutes Gefühl vorwärts und so zwängte er sich durch die skandierende Menge, die sich den Tod der Hexe herbeisehnte, wie um darin all das am eigenen Leibe erfahrene Leid und Unrecht in Rauch aufgehen zu sehen.

    Der Junge hatte keine Ahnung, ob es Hexen wirklich gab. In den Gassen wurde viel gemunkelt. Gesehen oder erlebt hatte er Hexenwerk noch nie, auch wenn die anderen bei jeder Gelegenheit behaupteten, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehe, meist dann, wenn es ihnen nicht in den Kram passte.

    Zwischen den sich umherschiebenden Leibern taten sich Lücken auf, die dem Jungen kurze Blicke auf das lodernde Orange-Gelb des Feuers erlaubten. Ja, da war eine zusammengesunkene Frauengestalt. Und je näher er kam, desto eindringlicher wurde das Gefühl, dass er diese Frau kannte. Aber unmöglich, dass sie es war! Denn wäre sie es, warum war sie dann so verändert? Was hatte man ihr angetan, dass sie so elend aussah?

    Im Grunde kannte der Junge die Antwort. Die Straße hatte ihm genügend Abscheulichkeiten gezeigt, um es zu wissen.

    Dennoch sträubte sich alles in ihm vor der Erkenntnis. Schließlich aber, als er aus der vordersten Reihe hervorbrach und von dem Spieß eines Gardisten zurückgetrieben wurde, war die Wahrheit nicht mehr zu leugnen.

    An dem Pfahl auf dem brennenden Scheiterhaufen hing die immer lächelnde Blumenverkäuferin, nur dass sie nicht mehr lächelte.

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