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    Im Kreuzfeuer #14: Tanya

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    2 – Eisernes Wrack

    Morgendliche Geräusche drangen an ihr Ohr: das Rauschen des Windes in den Blättern des Waldes und das Rufen der Vögel, freilich sehr exotischer Vögel, deren Laute sie noch nie zuvor vernommen hatte.

    Langsam öffnete sie die Augen. Wo war sie? Und wer war sie?

    Tanya… Genau! Das war ihr Name.

    Aber war er es denn wirklich?

    Vorsichtig stand Tanya auf. Über ihr hing quer ein Stahlträger. Kabel baumelten von der Decke. Die Frau stützte sich am Fenster ab und schaute hinaus. Das Panzerglas war gesprungen, aber nicht zerbrochen. Draußen dämmerte gerade der Morgen. Seltsame Tiere flogen durch die Luft und der Himmel über den grünen Bergen färbte sich orange-rot. Sie hatte keine Ahnung, warum sie sich in diesem Stahlkoloss befand. War das ein Raumschiff? Etwas aus der Tiefe ihrer Erinnerung sagte, dass dem so war. Ein Raumschiff also – und zu allem Überfluss auch noch eines, das abgestürzt war. Jetzt erinnerte sie sich wieder.

    Das da draußen war also nicht die Erde?

    Es war nicht ihr Zuhause?

    Da bemerkte Tanya mit einem Mal, dass ihre Kleidung völlig zerfetzt an ihr herabhing – eine Art blau-gelber Overall, der unangenehm eng war, wenn auch elastisch – und dass ihr Schuhwerk fehlte. Aber in diesem Raum gab es nichts mehr, was sie stattdessen hätte anziehen können.

    Also verließ Tanya den Raum ihres Erwachens so, wie sie war, und betrat einen dunklen Gang.

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    Die Elfe und der Krieger #14: Ganz anders, als du denkst

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Obwohl Lysha ihrem Lehrmeister geradezu ins Ohr gebrüllt hatte, rührte er sich kein bisschen. Verdutzt stupste sie dem Alten wieder und wieder gegen die Schulter, woraufhin er endlich aufwachte und sich schmatzend umschaute. Als er Lysha erblickte, die ganz nah herangekommen war, erschreckte er so heftig, dass er zappelnd nach hinten umfiel. Daraufhin erschreckte auch Lysha und machte einen Satz zurück. Keine Sekunde später saßen Meister und Schülerin wieder im Schneidersitz und taten so, als wäre nichts passiert.

    „Wie oft soll ich es dir denn noch sagen“, rügte Finnegan seine Schülerin mit sanfter Stimme. „Finn reicht vollkommen aus.“

    „Meister Finnigan!“ Der Alte seufzte resignierend, als seine Schülerin ihn so nannte. „Habt Ihr meinem Spiel überhaupt zugehört?“

    „Sicher, mein Kind, sicher!“

    Lysha stemmte die Arme in die Seiten. „Dann interessiert mich brennend, warum Ihr unentwegt während der Lehrstunden einschlaft! Nehmt Ihr mich nicht ernst? Ist es das?“

    Finnigan begegnete dem wütenden Blick seiner Schülerin mit einem Lächeln. „Lysha, meine Liebe, es ist ganz anders, als du denkst“, erwiderte er ruhig und gelassen. Um seine Schülerin zu besänftigen, würde er sich ein ausgesprochen gutes Argument einfallen lassen müssen.

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    Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis

    Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis

    Leseprobe

    Eine Leseprobe zu der Erzählung Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis ist als siebenteilige Serie auf Anderwärts | Literarischer Weblog erschienen und kann hier nachgelesen werden. Exemplare der limitierten Festivaledition sind noch zu haben und können per E-Mail bestellt werden (Softcover, 67 Seiten).

    In welcher Form Nyneve in Zukunft erscheinen wird, ist noch nicht festgelegt. Denkbar wäre, dass sie als Teil einer größeren Erzählsammlung wiederaufgelegt wird.

    Klappentext

    Janna träumt vom großen Erfolg als Malerin. Doch gerade als die aufmüpfige Kunststudentin überzeugt ist, das Bild ihres Lebens gemalt zu haben, wird sie Zeugin einer bizarren andersweltlichen Auseinandersetzung, die alles für immer verändert.

    „Nyneve, oder: Die verborgene Wildnis“ ist die minutiöse Inszenierung einer Begegnung mit einem phantastischen Geschöpf, die dem Autor als Kulisse dient, um von den Schrecken männlicher Dominanz und den daraus resultierenden Verletzungen zu erzählen.

    Blutsprudelnder Survival-Horror trifft auf zeitgenössische Phantastik, in der die Vorzeichen des Monströsen und des Menschlichen vertauscht sind.

    Wer ist eigentlich das Monster?

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    Die Elfe und der Krieger #13: Lysha und Meister Finn

    Inhaltshinweise zu dieser Geschichte

    Schließlich, als die Stimme geendet hatte, glitten schmale Finger von den Saiten einer schlichten Harfe und strichen eine Locke hinter ein Ohr. Zwei helle Augen blickten von dem Instrument auf und richteten sich erwartungsvoll auf einen alten Mann.

    Im Schatten einer Baumgruppe, die den nahen Wald ankündigte, saß der ergraute Mann im Schneidersitz. Buschige schwarze Augenbrauen, die trotz der vielen Lebensjahre kaum an Farbe eingebüßt hatten, und eine große, spitze Nase bildeten die markanten Punkte seines Gesichtes. Ein grauweißer Krausbart verbarg den Rest seines faltigen Antlitzes, das er auf seine Hand abstützte, und ein von langer Wanderschaft dreckiger, leicht zerknautschter Hut verdeckte sein langes weißes Haar. Unter einem braunen Tuch mit Fransen, das er sich um die Schultern gewickelt hatte, trug er eine einfache weiße Robe, die um die Hüfte mit einer Kordel gerafft war. In seinem Schoß ruhte eine mittlerweile abgewetzte, aber nach wie vor hübsche Laute.

    Lysha nestelte nervös an ihren einfachen Kleidern. Ein weißes, enges Hemd, dessen Ärmel hochgekrempelt waren, musste genügen, um die junge Bardin zu schmücken, ebenso wie die einfache braune Stoffhose und abgetragene Stiefel. Das Weiß ihrer Kleidung bildete jedoch einen schönen Kontrast zu ihrer sonnengebräunten Haut.

    Während Lysha die widerspenstige Locke ihres kurzen, blonden Haarschopfes hinter ihr Ohr hakte, warf sie abermals einen Blick auf den Alten. Wenn er doch nur antworten würde, dann wüsste sie endlich, was er von ihrer Darbietung hielt. Gerade als sie sich im Stillen Mut damit machte, er ließe ihren Vortrag noch einmal Revue passieren, glaubte sie ein leises Brummen aus seiner Richtung zu hören.

    Lysha legte die Harfe zur Seite und beugte sich vor, um ihren Lehrmeister intensiv zu beäugen. Er sog die Luft ruhig und gleichmäßig ein, um sie mit einem tiefen Brummen wieder auszuatmen. Seine Augen waren tatsächlich geschlossen.

    „Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass er eingeschlafen ist“, murmelte sie verärgert und brüllte dann mit aufbrausendem Temperament. „He! Meister Finnigan, aufwachen!“

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    Die Elfe und der Krieger #12: Hohelied

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    Nicht weit den Bergpfad hinab wurden die Saiten einer Harfe gezupft und eine Frauenstimme hob zu einem wehmütigen Gesang an, verband sich mit einer geheimnisvollen Melodie und erzählte von den Geschicken der Völker, die in Dhoril lebten, von den Elfen, Zwergen und Menschen, von Krieg und Frieden der sieben Fürstentümer, in die das Land zersplittert war, seit es keinen König mehr gab, von Leid und Freud der Jahrhunderte, Hass und Liebe der Fliehenden und Helfenden, dem Feuereifer der Kämpfenden, die für ihre Lehnsherren fochten und allzu oft ihr Leben verloren.

    Dies war das Hohelied von Dhoril, an dem durch die Jahrhunderte zahllose Barden geschrieben hatten und noch immer schrieben, Hunderte von Strophen im Widerstreit um Wahrheit und Dichtung, Geschichte und Mythos, manche unter die Leute gesät von Unbekannten, sodass sie wie Volkslieder nicht vergessen wurden, andere im Namen hoher Herren beauftragt.

    Eines hatten alle Strophen gemein. Helden nannten sie viele und zugleich keine. Denn Helden kannte die Geschichte nicht, nur herausragende Schicksale, die über kurz oder lang tragisch endeten, aber ohne die Dhoril nicht wäre, was es heute ist.

    Ein verborgener Zuhörer hätte der Anmut, mit der die Frauenstimme eine Handvoll Strophen vortrug, leicht verfallen können.

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